Die drei gerissenen Schafe, eines davon aufgefressen, hatte Thomas Rottensteiner am Morgen nach dem Wolfsangriff am Zaun der Hofweide am Flachenhof aufgefunden. Aus Angst um seine übrigen Schafe sperrt der Bauer seine Tiere seitdem häufiger ein, vor allem nachts, wie er im Video erzählt. „Denen, die in der Stadt wohnen, ist es offenbar egal, wenn Wölfe unsere Haustiere fressen“, bedauert Rottensteiner. „Uns aber sind die Tiere als Futter für die Wölfe zu schade.“ Problem für artgerechte Tierhaltung am Hof Zum Konzept des Flachenhofes gehören freilebende Tiere auf der Weide. Diese Art der Tierhaltung, die dem Tierwohl zugutekommt, ist für Bäuerin Irmgard Georg-Rottensteiner nun wegen der Verbreitung der Wölfe in Gefahr: „Diejenigen, die ihre Tiere artgerecht halten möchten, haben in Zukunft ein Problem.“Schutzzäune aufstellen sei jedenfalls nicht die Lösung: „Ich kenne keinen Zaun, der den Wolf wirklich abhalten würde“, sagt die Bäuerin. Im Gegenteil: Der Zaun wirke vielmehr wie ein Fischernetz. Die flüchtenden Tiere würden sich im Zaun verfangen und so zur leichten Beute für die angreifenden Wölfe. Bevölkerung sensibilisieren Familie Rottensteiner steht stellvertretend für viele Bauernfamilien, die ihre Tiere frei auf der Hofweide halten. Diese artgerechte Form der Tierhaltung wird durch die Verbreitung der Wölfe zunehmend bedroht. Das Video soll dazu beitragen, dass die Bevölkerung sensibel für diese Gefahr wird.Das Video ist das zweite einer Serie des Südtiroler Bauerbunds, in der Landwirte von ihren Erfahrungen mit Wölfen und ihren Sorgen um die Berg- und Almwirtschaft berichten. stol