Mittwoch, 14. Oktober 2015

Als geheilt erklärte Ebola-Patientin nach Rückfall in Lebensgefahr

Der Zustand einer im Jänner als geheilt erklärten und in der vergangenen Woche erneut ins Krankenhaus eingelieferten britischen Ebola-Patientin hat sich erheblich verschlechtert.

Der Zustand der Frau sei kritisch, erklärte das Londoner Royal Free Hospital am Mittwoch.
Der Zustand der Frau sei kritisch, erklärte das Londoner Royal Free Hospital am Mittwoch. - Foto: © shutterstock

Ein Militärflugzeug hatte die 39-jährige Krankenschwester am Freitag von der Queen-Elizabeth-Klinik in Glasgow in das Royal Free Hospital gebracht. Diese Krankenhaus verfügt über die einzige Ebola-Isolierstation des Landes.

Ärzte hatten die Viruskrankheit bei der Krankenschwester im Dezember diagnostiziert, als sie von einem Einsatz für die Organisation Save the Children in Sierra Leone nach Schottland zurückkehrte. Sie wurde damals fast einen Monat lang im Royal Free Hospital mit einem experimentellen Anti-Virus-Mittel und Blut von einem Ebola-Überlebenden behandelt. Ende Jänner wurde die Frau für „vollständig“ geheilt erklärt.

Den Rückfall erklärten die Mediziner mit einer „ungewöhnlichen Komplikation in Zusammenhang mit ihrer früheren Ebola-Infektion“. Als Vorsichtsmaßnahme werde eine kleine Gruppe von Kontaktpersonen nun überwacht. Der Virologe Ben Neuman von der Universität von Reading äußerte die Vermutung, das Ebola-Virus könnte sich bei Cafferkey „reaktiviert“ haben. Bisher war demnach nur ein einziger derartiger Fall bekannt: Dabei handelte es sich um einen US-Mediziner, bei dem der Erreger im Auge überlebt hatte.

Bei der schlimmsten Ebola-Epidemie seit der Entdeckung des tödlichen Virus 1976 kamen in Westafrika seit Ende 2013 mehr als 11.300 Menschen ums Leben. Fast alle Todesfälle ereigneten sich in Sierra Leone, Guinea und Liberia.

dpa

stol