Er fand auf Einladung des Alpenvereins Sektion Villnöß und der Bergrettung statt.<BR /><BR /> Die Furchetta ist mit der Sass Rigais der höchste Berg in der Geislergruppe (3025 Meter). Von Norden beherrscht die rund 800 Meter hohe Nordwand das Bild des idyllischen Bergmassivs. Ihre schlanke und turmartig aufragende Architektur hat schon Anfang des 20. Jahrhunderts viele Bergsteiger in den Bann gezogen.<BR /><BR />Der Präsident des Alpenvereins AVS, Sektion Villnöß, Roland Gafriller freute sich über den großen Publikumsandrang und hieß neben Bürgermeister Peter Pernthaler auch das Ehrenmitglied Toni Munter und den ehemaligen Extrembergsteiger Heinrich Messner willkommen.<BR /><BR />Dem Referenten Ivo Rabanser – selbst ein ausgezeichneter Kletterer – gelang es vorzüglich, einen fundierten Rückblick auf die Entwicklung des Bergsteigens in den Alpen zu geben. Mit eindrucksvollen Bildern untermauerte er die karge Ausrüstung der Bergsteiger in den Vorkriegsjahren und die verschiedenen Routen in den Wänden. So verwies er auch auf den deutschen Bergsteiger und Pionier der Kletterethik, Paul Preuß, der sich gegen den Gebrauch technischer Hilfsmittel aussprach.<BR /><BR />Der bekannte italienische Bergführer und Felskletterer Angelo Dibona (1879–1956) scheiterte mit der damals dürftigen Ausrüstung an der Nordwand im Jahre 1911. <BR /><BR />Bekannt wurde die Furchetta erst im Jahre 1914 durch einen misslungenen Begehungsversuch der Seilschaft Hans Dülfer und Luis Trenker. Dülfer galt damals als der beste Felskletterer. Sein Bestreben war der stilreine Durchstieg zum Gipfel. Er erfand das Schrägabseilen, seine „Dülfer-Quergänge“ waren ein Zaubermittel, mit dem er den Bann der „unbezwingbaren“ Wände seiner Zeit gebrochen hatte. Ebenso erfand er den „Dülfersitz“, den bis in die 1970er Jahre meistverwendeten Abseilsitz. <BR /><BR />Am 1. August 1925 durchstiegen die deutschen Bergsteiger Emil Solleder (1899 – 1931) und Fritz Wiessner (1900-1988) erstmals die Furchetta-Nordwand. Diese beeindruckende Route wurde zum ersten Mal mit dem Schwierigkeitsgrad sechs bewertet. Eine neue Dimension im Felsklettern wurde erreicht und die „Sestogradisten“ geboren. Sie gilt als ein Markstein in der klettersportlichen Entwicklung. <BR /><BR />Nur sechs Tage später gelang Emil Solleder eine weitere berühmte Dolomitenwand – die Civetta. Die Erstbegehung über die Dülferkanzel (heute Vinatzerweg genannt) schaffte jedoch erst im Jahre 1932 Batista Vinatzer mit Johann Rifesser. Durch den durchgehend steilsten Teil der Nordwand wurde 1994 vom Referenten Ivo Rabanser und Lino Celva eine anspruchsvolle Direktroute eröffnet.<h3> Emotionaler Höhepunkt des Abends: Erzählung über die erste Winterbesteigung der Furchetta</h3>Im Rahmen des Vortragsabends erinnerte sich <Fett>Heinrich Messner</Fett> („Pfaltin“, rechts im Bild) mit <Fett>Roland Gafriller</Fett> vom Villnösser AVS an die erste Winterbesteigung der Furchetta-Nordwand am 5. März 1967 mit Reinhold Messner: „Angefangen hat es mit den Messner-Brüdern. Mit Vespa und Lambretta fuhren wir durch ganz Südtirol und darüber hinaus, um die schwierigsten Klettertouren zu erklimmen. Wir setzten uns immer wieder neue Ziele, so auch die Winterbegehung der Furchetta-Nordwand. Das war damals ein echtes Wettrennen, denn als wir in die Wand eingestiegen waren, bemerkten wir bereits eine zweite Gruppe, die sich in die Nordwand wagen wollte. Reinhold und ich waren jedoch schneller“, schmunzelte Heinrich Messner. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1225272_image" /></div> <BR /><BR />Abschließend stellte Roland Gafriller einige neue Klettertouren in Villnöß vor und lud alle Kletterbegeisterten ein, sie zukünftig zu begehen.