Auf diese Tätigkeit spezialisiert hat sich die Firma Pepper motion aus Denkendorf in Oberbayern, und sie stellte gestern – auf Vermittlung des Verkehrsexperten und Italien-Beraters der Firma, Helmuth Moroder – den Bus in Gröden vor.<BR /><BR />Der St. Ulricher Bürgermeister Tobia Moroder hat schon mehrfach sein Interesse bekundet, in einem Pilotprojekt Elektrobusse in Gröden einzusetzen, um den Abschied vom Verbrennungsmotor auch im öffentlichen Nahverkehr voranzutreiben. <BR /><BR />Moroder war vorgestern neben den anderen beiden Grödner Bürgermeistern, einigen Gemeindereferenten und Vertretern der Wirtschaft bei der Probefahrt dabei, die auf das Sellajoch und die Seiser Alm führte. <BR /><BR />Sie sollte zeigen, dass elektrisch betriebene Busse inzwischen in der Lage sind, auch bei Kälte und auf steilen Bergstraßen ihren Dienst zu versehen – und dass das nicht nur für Neufahrzeuge gilt, denn der gestern getestete Bus wurde 2007 mit Dieselmotor gebaut und nun auf Elektroantrieb umgerüstet. <BR /><BR />Interessant ist der Umbau vor allem aus einem Grund: „Nur mit Neufahrzeugen ist der Umstieg auf saubere Busse, den die EU mit dem ‚Green Deal‘ plant, zeitlich nicht zu schaffen“, sagt <Fett>Alexander Lietz</Fett> (im Bild unten), der Verkaufsleiter von Pepper motion für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Ein zweiter Vorteil seien die Kosten, sagt Lietz: Ein umgerüsteter Bus koste inklusive Generalüberholung nur die Hälfte eines neuen. <BR /><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="745838_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />„Diesen Bus haben wir mit dem Tieflader nach Südtirol gebracht“, gesteht Lietz, aber vor allem, weil es auf Langstrecke – zumal in Südtirol – noch zu wenige geeignete Ladestationen gebe. In Deutschland habe man auch schon Distanzen über mehr als 500 Kilometer zurückgelegt. <BR /><BR />Wie schlägt sich der 12 Meter lange Bus nun im Nahverkehr bei Kälte und auf Bergstraßen? Beim Start in St. Ulrich sind die 4 Batteriepakete zu 90 Prozent geladen. Fast lautlos setzt sich der Bus in Bewegung, ein leises Summen ist vom Antrieb zu hören, das sich bei höherer Geschwindigkeit zu einem dezenten Pfeifen steigert. Kraft hat der Bus genügend, um die Steigungen hinauf auf das Sellajoch ohne Probleme zu bewältigen. Am Pass ist die Kapazität der Batterien auf 54 Prozent gesunken. <BR /><BR />Bergab lädt der Bus durch Rekuperation die Batterien wieder auf: 66 Prozent sind es in St. Ulrich. Es folgt eine Tour auf die Seiser Alm und zurück, und am Ende steht die Kapazität bei 28 Prozent – nach einer Fahrt von insgesamt 80 Kilometern und 2 Bergstrecken. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="745841_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />Für Bürgermeister <Fett>Tobia Moroder</Fett> (im Bild oben) hat der Bus bei dieser Probefahrt seine Tauglichkeit bewiesen. Er drängt auf ein Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit Tourismusverein und Land, um zumindest einige Elektrobusse im Grödner Linienverkehr einzusetzen und Erfahrungen zu sammeln für den Aufbau der Infrastruktur für Elektrobusse. Dazu wären gar einige Investitionen nötig. Moroder ist zuversichtlich: „Eine Linie könnte man bereits heute mit diesen Bussen bedienen. Unser Wille ist da, wir wären bereit, unsere Aufgaben zu erfüllen.“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="745844_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />Skeptischer ist da der Wolkensteiner Bürgermeister <Fett>Roland Demetz</Fett> (im Bild oben). „Die Technologie ist noch nicht weit genug“, sagt er und gibt zu bedenken, dass der Einsatz von Bussen grundsätzlich das Verkehrsproblem in Gröden nicht werde lösen können. Dazu bräuchte es die Grödner Bahn, doch angesichts der hohen Kosten stehe eine Realisierung in den Sternen. Klar sei, dass in Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit generell etwas getan werden müsse, sagt Demetz.