Samstag, 15. Mai 2021

Alter Rahmen – neues Bild: „Familie ist mehr“

Eine familienfreundliche Gesellschaft und mehr Anerkennung für die Leistungen der Familien, das sind die Ziele des „Internationalen Tages der Familie“. Was aber ist Familie? Darüber schreibt das Forum Prävention Familie in einer Aussendung anlässlich des heutigen internationalen Tages der Familie.

„Die Familie“ hat sich allerdings in den vergangenen Jahren stark verändert.
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„Die Familie“ hat sich allerdings in den vergangenen Jahren stark verändert. - Foto: © shutterstock
Familie ist dort, wo Menschen dauerhaft Verantwortung füreinander übernehmen. Sie ist das kleinste gesellschaftliche System, in dem sich Kinder entwickeln und entfalten, Partnerschaften gelebt werden und Senioren eine wichtige Rolle einnehmen. Aber wie keine andere gesellschaftliche Institution ist „die Familie“ einem massiven Wandel unterworfen.

Das traditionelle Familienbild, das in vielen Köpfen verankert ist, entspricht oft nicht mehr der gelebten Wirklichkeit. Und doch prägen diese „alten“ Vorstellungen das Denken und Handeln der Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft.

Entsprechend langsam werden soziale sowie familien- und bildungspolitische Angebote an die aktuelle Lebenssituation der Väter, Mütter und Kinder angepasst. Irgendwie erscheint alles ein wenig „retro“: Ab Mittag ist ein Elternteil zu Hause, Mama arbeitet – wenn überhaupt - dann nur vormittags, jede Familie hat ihr eigene Ursprungsfamilie in der Nähe und besitzt eine Eigentumswohnung.

Es muss „nach vorne“ gedacht werden

„Die Familie“ hat sich allerdings in den vergangenen Jahren stark verändert. Nicht nur Patchwork-Familien, nichteheliche Lebensgemeinschaften, Pflegefamilien, alleinerziehende Elternteile und gleichgeschlechtliche Paare mit Kindern sind neben der traditionellen Familie eine Realität. In Südtirol leben zudem viele Familien unterschiedlicher Herkunft mit unterschiedlichen Lebensvorstellungen – allein in Bozen gibt es über 100 verschiedene Nationalitäten. Alle stehen täglich vor neuen Herausforderungen.

Als Antwort auf die vielen Fragen, die sich stellen, muss „nach vorne“ gedacht werden: Was brauchen all diese unterschiedlichen Familien? Wer wird in den öffentlichen Diskursen mit einbezogen, wer wird systematisch vergessen? Wer wird bei der Planung der Kindergarten- und Schulzeiten mitgedacht? Auf welche Hilfen und Netzwerke kann wer zurückgreifen? Wo braucht es Ausbaupläne? Wie kann die Arbeitswelt flexibler gestaltet werden? Wie schaffen wir ein besseres Aufeinander-Schauen, damit alle Kinder gut aufwachsen können? „Eine zukunftsfähige Gesellschaft braucht nämlich tragfähige Familien in allen gesellschaftlichen Schichten“, heißt es in der Aussendung abschließend.

stol