Mittwoch, 13. April 2022

Altersheime: 200 Heimbewohner und 100 Mitarbeiter infiziert

Ostern steht vor der Tür und jetzt das: In Südtirols Seniorenwohnheimen steigt die Zahl der Corona-Infizierten stark an, allein im Annenbergheim in Latsch wurde inzwischen die Hälfte der Heimbewohner positiv getestet. Südtirolweit sind fast 200 Heimbewohner wieder Corona-infiziert und darüber hinaus noch über 100 Mitarbeiter.

Die meisten infizierten Heimbewohner in Südtirol haben nur leichte Symptome oder sind asymptomatisch. Weil bei vielen der Impfschutz nachlässt, raten Experten jetzt aber zur nächsten Impf-Auffrischung. - Foto: © shutterstock

Mit Stand vergangenem Freitag wurden in Südtirol genau 172 positive Heimbewohner gezählt, glücklicherweise aber keine Todesfälle. Dazu kommen noch 14 Corona-positive Heimbewohner, die in Krankenhäusern oder Übergangseinrichtungen (wie z. B. Privatkliniken) untergebracht sind und 111 positiv getestete Mitarbeiter. Auch bei den Mitarbeitern steigt die Infektionskurve wieder deutlich an.

In 7 Heimen in Südtirol eine größere Anzahl von positiven Fällen

Laut der Vorsitzenden des Verbandes der Seniorenwohnheime, Martina Ladurner, wurde in 7 Heimen in Südtirol eine größere Anzahl von positiven Fällen gezählt. In den stark betroffenen Heimen liege die Zahl der infizierten Heimbewohner bei 20 und mehr, so auch im Annenbergheim in Latsch. Dort sind von 53 Heimbewohnern etwa die Hälfte mit dem Coronavirus infiziert. Die Infizierten sind entweder asymptomatisch oder haben leichte Symptome, berichtet Direktorin Iris Cagalli.

„Keiner der Heimbewohner musste ins Krankenhaus“

„Keiner der Heimbewohner musste wegen Corona ins Krankenhaus, niemand befindet sich in einer Übergangseinrichtung und es ist kein Heimbewohner an Covid gestorben.“ Auch einige Mitarbeiter hätten sich infiziert. Die Arbeitsbedingungen sind bei so vielen Positiven schwierig und die Arbeit anstrengend: Die Mitarbeiter müssen Schutzbekleidung mit FFP2-Maske und Visier tragen, berichtet Cagalli. „Unsere Mitarbeiter vollbringen eine große Leistung und wir sind froh, dass wir auch mit den Angehörigen so gut zusammenarbeiten.“ Besuche von Heimbewohnern seien unter bestimmten Voraussetzungen trotzdem möglich und würden auch angeboten.

Da zurzeit viele Heimbewohner asymptomatisch sind und somit keine Auffälligkeiten aufweisen, werden diese Corona-Fälle spät entdeckt – beispielsweise im Krankenhaus, bei Routineuntersuchungen oder Einlieferungen, die nicht mit Corona zusammenhängen und wo dann ein Corona-Test durchgeführt wird, berichtet Ladurner.

„Wir werden in den Heimen für die 4. Impfung mobilisieren“

„Die Booster-Impfung wurde bei den meisten Heimbewohnern im Herbst vorgenommen und der Impfschutz lässt folglich nach. Deshalb ist jetzt eine weitere Auffrischung wichtig, um den Schutz gegen Corona wieder zu stärken. Wir werden in den Heimen deshalb für die 4. Impfung mobilisieren“, kündigt die Verbandsvorsitzende an.

Der stellvertretende Covid-Einsatzleiter Dr. Patrick Franzoni, spricht sich dafür aus, dass die Heimbewohner so schnell wie möglich die Impfung erhalten sollen. Keineswegs sollte man mit der Impfung zuwarten – auch wenn im Herbst womöglich ein angepasster neuer Impfstoff auf den Markt komme.

Für Herbst wird eine große Impfkampagne vorbereitet

Es gehe jetzt darum, heil durch den Sommer zu kommen. Für Herbst werde landesweit eine große Impfkampagne vorbereitet. Im Herbst könnte es dann möglich sein, mit einem einzigen Piks sich gegen Corona und Grippe impfen zu lassen – Moderna bereitet einen solchen Impfstoff vor, sagt Franzoni.

hof

Kommentare
Kommentar verfassen
Bitte melden Sie sich an um einen Kommentar zu schreiben
senden