Unter dem Jahresmotto „Ohne Sie (sie) wären wir alle viel ärmer“ lud der Verein Alzheimer Südtirol Alto Adige ASAA gestern zur Vollversammlung. Zahlreiche Mitglieder und Interessierte nutzten die Gelegenheit, um auf das vergangene Jahr zurückzublicken und sich über die geplanten Projekte für 2026 zu informieren.<h3> 13.500 Betroffene in Südtirol</h3>Etwa 13.500 Menschen in Südtirol sind derzeit an einer Form von Alzheimer erkrankt, jährlich kommen rund 1.200 Neuerkrankungen hinzu. „Das stellt nicht nur das Gesundheitssystem vor große Aufgaben, sondern auch die Angehörigen, die ihre Liebsten oft über viele Jahre unter hoher Belastung zu Hause pflegen“, erklärte ASAA-Präsident Ulrich Seitz. Der Verein setzt sich deshalb nicht nur für die Förderung der Forschung ein, sondern vor allem auch für den Ausbau der soziosanitären Betreuung.<h3> Pflege überwiegend weiblich</h3>Nicht zuletzt war die Situation der pflegenden Angehörigen daher auch Thema bei der Vollversammlung. Nach wie vor wird die Pflege überwiegend von Frauen übernommen, auch wenn immer mehr Männer dazukommen. Um ihnen gezielt Unterstützung zu bieten, wurde eine eigene Selbsthilfegruppe für pflegende Männer ins Leben gerufen. „Scham spielt hier eine große Rolle, da sich viele Männer schwertun, Pflegearbeit zu übernehmen oder darüber zu sprechen“, erklärte Seitz.<h3> Pflegeeinstufung neu ausrichten</h3>Angesichts dieser Entwicklungen fordert ASAA konkrete Maßnahmen. So müsse etwa die Auszahlung des Pflegegeldes beschleunigt und die Pflegeeinstufung für Demenzkranke neu ausgerichtet werden. Gleichzeitig plädiert der Verein dafür, Pflege grundsätzlich neu zu denken. „Gesellschaftliche Veränderungen wie Migration, aber auch neue sexuelle Bedürfnisse erfordern angepasste Betreuungsmodelle“, betonte Seitz.<h3> Mehr Angebote für Betroffene und Angehörige</h3>Um die Belastung von Betroffenen und Angehörigen im Alltag zu verringern, hat ASAA zudem 2025 sein Angebot ausgebaut. Gerade angesichts langer Wartezeiten auf Visiten setzt der Verein verstärkt auf Entlastungsangebote. „So kommen etwa Ergotherapeuten direkt zu den Erkrankten nach Hause, um Struktur in den oft aus dem Gleichgewicht geratenen Alltag zu bringen“, erklärte Seitz. Dabei werden Fähigkeiten gezielt gefördert und Betroffene dabei unterstützt, möglichst lange selbstständig zu bleiben. Die Kosten für die ersten Einheiten übernimmt ASAA. Ergänzend dazu werden auch physiotherapeutische Angebote bereitgestellt, sowohl für Erkrankte als auch für Angehörige, die durch die Pflegesituation häufig hoher körperlicher Belastung ausgesetzt sind.<BR /><BR />Neben inhaltlichen Themen stand auch die Zukunft des Vereins im Fokus: Im laufenden Jahr wird der Vorstand neu gewählt, die Kandidatinnen und Kandidaten wurden im Rahmen der Vollversammlung vorgestellt.<h3> Zwei Fragen an ASAA-Präsident Ulrich Seitz</h3><b>Welche Meilensteine konnte ASAA 2025 erreichen?</b><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Ulrich Seitz: Wir haben zahlreiche Informationsabende veranstaltet und unser Leistungsangebot deutlich erweitert. Besonders wichtig war uns der Ausbau der Hausbesuche in den Bereichen Rehabilitation, Ergotherapie und Logopädie. Zudem ist es uns gelungen, ein Ausbildungsmodell für pflegerische Hilfskräfte aus dem Ausland zu entwickeln. In Kursen vermitteln wir nicht nur Sprachkenntnisse, sondern auch praktische Kompetenzen wie etwa das Kochen nach regionaler Art.<BR /><BR /><b>Auch heuer sind einige Initiativen geplant. Wofür steht das Jahresmotto 2026?</b><BR /><KeinAbsatz></KeinAbsatz>Seitz: Das doppelte „Sie“ im Motto hat eine bewusste Bedeutung: Es richtet sich einerseits an die pflegenden Angehörigen und andererseits an die ausländischen Hilfskräfte. Beide Gruppen sind tragende Säulen unseres Systems und genau ihnen möchten wir in diesem Jahr besondere Aufmerksamkeit widmen.