„Sorgen macht mir die Tatsache, dass wenige ehrenamtlich mitarbeiten wollen“, so Josef Haspinger über die einzige öffentliche Dusche weit über Bozen hinaus. <BR /><BR />Eingerichtet wurde sie vor etwas mehr als drei Jahren, „da es ein solches Angebot nicht gab. Viele der Ärzte, mit denen wir zusammenarbeiten, haben uns gesagt: Ihr habt keine Ahnung, in welchem Zustand manche Leute zu uns ins Krankenhaus kommen.“<BR /><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1314213_image" /></div> <BR /><BR /><h3> „Zu uns kommen auch Angestellte aus dem Gastgewerbe“</h3><BR />Die Zahlen der Bedürftigen sei in den vergangenen Jahren konstant gestiegen. „Unser Dienst wird sehr gut angenommen. Die die beiden Duschen sind montags, mittwochs und freitags von 11 bis 17 Uhr offen. Derzeit kommen an jedem der drei Tage bis zu 60 Leute“, berichtet Haspinger. Zu den Nutzer gehören Obdachlose, Arbeitslose, „aber auch Menschen, die eine Arbeit haben. Das Traurige ist, dass manche, die im Gastgewerbe arbeiten, ihr Zimmer räumen müssen, wenn sie ein paar Tage frei haben. Zum Duschen kommen sie dann meistens aus dem Umland, auch aus Gröden, also aus Zonen, wo der Tourismus zur Belastung wird, zu uns.“ Die Dusche sei aber auch eine Anlaufstelle für Menschen, die nicht mehr wissen wohin. <BR /><h3> „Unsere Ehrenamtlichen müssen sich einiges anhören“</h3><BR />„Die schlimmste Situation, die ich erlebt habe, war eine junge Frau aus Südtirol, die heuer mit ihren beiden Kindern zu uns kam, um zu duschen. Da sie auf der Straße lebte, brauchte sie dringend eine Unterkunft. Sie hatte schon eine Nacht mit den Kindern im Freien übernachtet“, erzählt der langjährige Bozner Berufsschuldirektor. Das habe ihn sehr berührt, weil man sich frage, welche Zukunft diese Kinder haben. „Wir haben uns dann schnell nach einer Unterkunft umgesehen. Ein Pfarrer war bereit, die Familie vorübergehend aufzunehmen“, so der 76-Jährige, der die Probleme, die es in und vor der VinziShower immer wieder gibt, nicht verleugnet. <BR /><BR /><BR />„Wir arbeiten eng mit der Quästur zusammen. Sie schickt regelmäßig Personal vorbei, auch in Zivil“, unterstreicht Haspinger. Beschwerden gebe es immer wieder, manche wollten die VinziShower loswerden. „Migranten will halt niemand haben“, meint Haspinger. Zuletzt habe sich die Lage aber entspannt. „Seit wir für einige Stunden einen privaten Sicherheitsdienst haben, hat sich die Situation verbessert. Das erleichtert uns die Arbeit sehr.“ <BR /><BR /><BR />Dennoch sei sie belastend. „Unsere Ehrenamtlichen müssen sich einiges anhören. Streitereien, etwa um die Reihenfolge beim Duschen, gibt es immer wieder. Auch werden die Toiletten nicht immer sauber hinterlassen. Manche Leute, die zu uns kommen, sind halt von ihrer Lebenslage sehr gestresst“, betont er. Von den zwölf Ehrenamtlichen seien nur fünf konstant im Einsatz, „wir sind um jeden Mitarbeiter froh.“<BR /><BR /><BR /> Trotz aller Schwierigkeiten falle seine Bilanz nach den drei Jahren VinziShower positiv aus. „Wir bieten vielen Menschen einen Dienst an, der ihnen Geborgenheit gibt. Darunter verstehe ich, dass man mit ihnen redet, denn sie haben sonst keine Ansprechpartner.“ Natürlich habe man bei den Nachbarn und bei manchem Gemeinderat Ärger verursacht, das sei ihm bewusst. „Aber wenn Sie mich fragen, ob der Dienst notwendig und wichtig ist, dann sage ich ja.“ <BR /><BR />Wer Interesse hat, bei der VinziShower als Ehrenamtlicher mitzuarbeiten, kann sich unter der Mailadresse <a href="mailto:vinzishower@gmail.com" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">„vinzishower@gmail.com“</a> melden.