Cim (28) wird vorgeworfen, am 23. August 2023 in Schlanders seine Ex-Freundin Celine Frei Matzohl (†21) ermordet zu haben. Ob er einem psychiatrischen Gutachten unterzogen wird, blieb am Freitag offen.<BR /><BR />Seine Verteidigerinnen Claudia Benedetti und Alessandra D’Ignazio sowie die Staatsanwaltschaft hatten ein solches beantragt. Das Schwurgericht vertagte die Entscheidung. Erst wollen die Richter (Vorsitz Stefan Tappeiner, Beisitzerin Giulia Rossi) die über 100 Zeugen zum Fall anhören.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1085814_image" /></div> <BR />Die psychiatrischen Sachverständigen von Verteidigung und Nebenklägern (vertreten durch Rechtsanwalt Andreas Tscholl) lieferten sich gestern im Gerichtssaal ein Wortgefecht darüber, ob Cims Einsichts- und Willensfähigkeit zum Tatzeitpunkt teilweise eingeschränkt gewesen sein könnte – oder nicht. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1085817_image" /></div> <BR /><BR />Der Psychiater Dr. Heinz Prast, der Psychiater Dr. Stefano Zago und der Psychologe Tommaso Caravelli hatten, im Auftrag der Verteidigung, eine wahnhafte Störung diagnostiziert, Verfolgungs-, Eifersuchts- sowie Größenwahn – obwohl Cim vor der Tat in der Hinsicht nie auffällig gewesen war. Doch: Er habe in den Wochen vor dem Mord krankhaft an der falschen Überzeugung festgehalten, Celine Frei Matzohl hätte sich heimlich mit anderen Männern getroffen. „Er meinte, es an ihrem Verhalten oder ihrem Geruch erkannt zu haben“, erklärte Dr. Prast. Dies sei eine „wahnhafte Interpretation“. An die Tat selbst könne sich Cim nicht erinnern, so die Sachverständigen der Verteidigung. Tiefer gehende Analysen seien notwendig.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1085820_image" /></div> <BR /><BR />Die Psychiaterin Dr. Anna Palleschi, beauftragt von den Nebenklägern, widersprach dieser Darstellung energisch. Die Befunde der Notaufnahme unmittelbar nach dem Mord und die psychiatrischen Untersuchungen im Gefängnis seien unauffällig gewesen. „Es ist offensichtlich, dass Cim Herr seiner Sinne ist“, sagte sie. Niemand in seinem Umfeld habe Anzeichen einer psychischen Erkrankung wahrgenommen, jedoch hätten sich viele vor ihm gefürchtet – schon vor dem Mord. Dr. Palleschi betonte, dass selbst krankhafte Eifersucht keinen Einfluss auf seine Zurechnungsfähigkeit zum Tatzeitpunkt gehabt hätte. Sie vermutet, dass die Amnesie eine Simulation ist: Erst einen Monat nach der Tat sei diese thematisiert worden. Dr. Palleschi führte zum Beleg die Aussage eines Mithäftlings an, demzufolge Cim sich darüber beklagt habe, dass Zeitungen von mehr Stichen berichtet hätten, als er tatsächlich ausgeführt habe.<BR /><BR /> Interessant wird dazu die Auswertung der Abhörungsprotokolle aus dem Gefängnis, mit deren Übersetzung das Gericht heute eine Gutachterin beauftragte. Nächster Verhandlungstermin ist der 7. November.