Samstag, 24. November 2018

Amnesty: Frauen nicht ausreichend vor Vergewaltigung geschützt

„Nein heißt Nein“ – das gilt in weniger als einem Drittel der europäischen Länder. In den meisten Ländern werde ungewollter Sex nur dann als Vergewaltigung eingestuft, wenn es zu körperlicher Gewalt, Drohungen oder Zwang kommt, teilte Amnesty International mit.

Die rechtliche Definition von Vergewaltigung unterscheidet sich in den europäischen Ländern stark.
Die rechtliche Definition von Vergewaltigung unterscheidet sich in den europäischen Ländern stark. - Foto: © shutterstock

Die Menschenrechtsorganisation hat dafür die Gesetzeslage in 31 europäischen Ländern untersucht. 

Demnach haben nur 8 von 31 untersuchten Ländern in Europa sogenannte „zustimmungsbasierte Definitionen“ von Vergewaltigung in ihren Gesetzen festgelegt. In Deutschland, Irland, Großbritannien, Belgien, Zypern, Island, Luxemburg und Schweden gilt es als Vergewaltigung, wenn Menschen Sex haben, obwohl einer der Beteiligten Nein gesagt hat.

Unterschiede in der rechtlichen Definition

In den rechtlichen Definitionen der übrigen Länder wird laut Amnesty nur bei Gewalt, Androhung von Gewalt oder Zwang von einer Vergewaltigung ausgegangen.

„Viele Leute glauben noch immer, es handele sich nicht um Vergewaltigung, wenn das Opfer betrunken oder freizügig gekleidet ist oder sich nicht körperlich wehrt.“ Dies sei jedoch falsch, so die Organisation: „Sex ohne Zustimmung ist Vergewaltigung, Punkt.“

dpa

stol