Samstag, 20. Juni 2015

Amokfahrt in Graz: drei Tote, darunter ein Kind

Die Amokfahrt eines 26-jährigen Österreichers mit einem Geländewagen in der Grazer Innenstadt hat zahlreiche Opfer gefordert. Unter den drei Toten sollen eine Frau, ein Mann und ein siebenjähriges Kind sein. Sechs Personen schweben noch in Lebensgefahr.

Drei Menschen fanden in der Grazer Innenstadt den Tod, sechs schweben in Lebensgefahr.
Drei Menschen fanden in der Grazer Innenstadt den Tod, sechs schweben in Lebensgefahr. - Foto: © APA

Der Wagen fuhr mit hoher Geschwindigkeit auf einen belebten Platz, an dem sich mehrere Cafés befanden. Es brach Panik aus, etliche Menschen versuchten, sich in Gebäude zu retten. Für manche gab es keine Rettung.

Der 26-jährige Amokfahrer ist laut Polizei nach der Tat in der Schmiedgasse im Bereich der Polizeiinspektion gestoppt und festgenommen worden. Bei dem Fahrer handelt es sich um einen 26-Jährigen aus der Umgebung (der Täter und sein Motiv: STOL hat berichtet). 

Großaufgebot an Rettungskräften: Menschen ringen mit dem Tod

Angesichts der großen Anzahl von Verletzten waren ein Großaufgebot an Rettungskräften im Einsatz: Rund 60 Kranken- und Notarztautos waren in Herrengasse und Hauptplatz, der ÖAMTC hatte vier Rettungshubschrauber im Einsatz.

Der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) sprach in einer Pressekonferenz von drei Toten, 34 Verletzte, davon ringen einige mit dem Tod. Es gebe keine Entschuldigung für diese Tat, so der LH, den Tränen nahe.

Laut Polizei bestehe ein „psychischer Hintergrund“ (STOL hat berichtet).

 

 

 

 Der Ort des Geschehens. Foto: APA

 

Sein Stellvertreter Michael Schickhofer (SPÖ) sagte: “Es tut unendlich weh, für mich als Familienvater nicht zu fassen, was hier passiert ist. Es wurde alles getan, um die Verletzten sofort zu versorgen", sagte der LHStv. 

Viele Menschen, Politiker, Bischöfe und gar das Fahrerlager der Formel 1 drückten ihre Betroffenheit aus (STOL hat berichtet).

Zeugin berichtet: "Geräusche wie bei einer Schießerei“

„Die Menschen lagen leblos am Boden“, berichtete eine Zeugin.

Mit rund 100 km/h soll der Fahrer des dunkelgrünen Vans durch die Herrengasse gerast sein. „Auf der Höhe Murgasse geriet der Wagen aufgrund der Geschwindigkeit ins Schleudern, setzte seine Fahrt dann aber fort“, so die Augenzeugin.

 

Der Wagen der Amokfahrt. Foto: APA

 

Die Zeugin wollte zum Zeitpunkt der Katastrophe gerade mit einer weiteren Person ein Geschäft aufsuchen, als sie „Geräusche wie bei einer Schießerei“ wahrnahm, die vermutlich von den zahlreichen Sesseln der anliegenden Kaffeehäuser stammten, die von dem Fahrzeug ebenfalls erfasst wurden.

Menschen in Panik: (K)eine Messerattacke

Die zweite Zeugin schilderte, dass sie sich wegen des Lärms umdrehte und dann den Wagen kommen sah. Mit weniger als zwei Metern Entfernung raste dann das Fahrzeug an ihnen vorbei. Die Leute schrien in Panik und rannten in die umliegenden Geschäfte, um sich in Sicherheit zu bringen“, schilderte die Zeugin.

Als man sich wieder in Sicherheit wog und zurück auf die Straße ging, erblickte man an die fünf Personen die leblos am Boden lagen: „Ein Mann lag mitten auf dem Hauptplatz“, sagte die Augenzeugin. Von den Messerattacken auf Passanten, die der Lenker nach seiner Tat versucht haben soll, sahen die beiden nichts.

Rund 15 Minuten nach dem Ende der Amokfahrt, waren die ersten Rettungswägen an Ort und Stelle. Der Hauptplatz wurde großräumig abgesperrt. 

apa

stol