Samstag, 11. Juli 2015

Amoklauf in Bayern – Täter unter Einfluss einer „akuten Psychose“

Der mutmaßliche Amokläufer von Leutershausen leidet vermutlich unter einer gravierenden psychischen Störung. Ein psychiatrischer Sachverständiger äußerte nach einer vorläufigen Begutachtung den Verdacht, dass eine „akute Psychose mit einem bizarren Wahnsystem“ vorliege, wie die Staatsanwaltschaft Ansbach am Samstag mitteilte. Daher gehe man zumindest von einer verminderten Schuldfähigkeit aus.

Blumen und eine Kerze liegen in Tiefenthal-Leutershausen (Bayern) an jenem Tatort, an dem am Freitag eine Frau erschossen wurde.
Blumen und eine Kerze liegen in Tiefenthal-Leutershausen (Bayern) an jenem Tatort, an dem am Freitag eine Frau erschossen wurde. - Foto: © APA/EPA

Der mutmaßliche Amokläufer von Leutershausen dürfte unter einer gravierenden psychischen Störung leiden. Ein psychiatrischer Sachverständiger äußerte nach einer vorläufigen Begutachtung den Verdacht, dass eine „akute Psychose mit einem bizarren Wahnsystem“ vorliege. Dies teilte die Staatsanwaltschaft Ansbach am Samstag mit.

„Nach derzeitigem Erkenntnisstand sind dringende Gründe für die Annahme vorhanden, dass die Schuldfähigkeit des Beschuldigten zur Tatzeit zumindest erheblich vermindert war“, hieß es in dem Statement der Anklagebehörde. Vor einer abschließenden Diagnose seien jedoch weitere Untersuchungen nötig. Mit einem endgültigen Ergebnis sei in zwei bis drei Monaten zu rechnen.

Der Mann hatte beim Ermittlungsrichter angegeben, Gesundheits- und Krankenpfleger zu sein und vor wenigen Monaten seine Stelle verloren zu haben. Zu dem Amoklauf, der am Freitag eine 82 Jahre alte Frau und einen 72 Jahre alten Mann das Leben gekostet hatte, äußerte er sich nicht. Daher blieb auch das Motiv des mutmaßlichen Täters weiter im Dunkeln.

Der Ermittlungsrichter erließ einen Unterbringungsbefehl wegen dringenden Tatverdachts in Richtung zweifachen Mord, zweifachen Mordversuch sowie gefährlicher Drohung und Nötigung. Der 47-Jährige wurde anschließend statt in ein Gefängnis in das Bezirkskrankenhaus Ansbach gebracht.

apa/dpa

stol