Montag, 14. Juni 2021

Angreifer erschießt nahe Rom 2 spielende Kinder und 74-Jährigen

In Ardea, in der Nähe von Rom, hat sich am Sonntag ein Massaker abgespielt, dessen Hintergründe noch völlig im Dunkeln liegen: Ein 35-Jähriger aus Rom erschoss 2 spielende Brüder auf offener Straße – 5 und 10 Jahre alt. Einen 74-jährigen Nachbarn, der den Kindern zu Hilfe eilen wollte, tötete der Schütze ebenfalls.

Spezialkräfte am Tatort in Ardea: In diesem Haus hatte sich der Angreifer offenbar verbarrikadiert.
Spezialkräfte am Tatort in Ardea: In diesem Haus hatte sich der Angreifer offenbar verbarrikadiert. - Foto: © APA/afp / STR
Anschließend richtete der Angreifer sich selbst, nachdem er sich vorher über 3 Stunden auf seinem Dachboden verschanzt hatte. Einsatzkräfte hatten versucht, den Mann zum Aufgeben zu bringen – vergeblich.



Italienische Medien spekulieren darüber, dass der Anschlag möglicherweise in das Milieu der organisierten Kriminalität reichen könnte. Auch von psychischen Problemen des Angreifers ist zu lesen.


Passiert ist diese Tragödie in einem Wohngebiet, Colle Romito, in Ardea, 40 Kilometer südlich von Rom.

Die Hintergründe des Angriffs sind unklar

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Ansa war der Angreifer der 35-jährige Andrea Pignani, der mit seiner Mutter seit 2019 in einer kleinen Villa wenige Meter vom Tatort des Dreifachmordes entfernt lebte.

Der arbeitslose Diplom-Ingenieur für Computertechnik sei vor einem Jahr einer gesundheitlichen Zwangsbehandlung unterzogen worden, weil er seine Mutter angegriffen hatte. Nach Angaben der Carabinieri hatte er das Haus seit fast einem Jahr nicht mehr verlassen.

Am Sonntagvormittag gegen 11 Uhr, so die bisherige Rekonstruktion, sei Pignani aus dem Haus gegangen und und habe auf seinem Weg die Brüder Daniel und David Fusinato getroffen, die spielten. Er schoss ihnen in den Hals und in die Brust, und, so sagt die Großmutter, „sie starben an der Hand ihres Vaters“, Domenico Fusinato, der in einem anderen Haus in Colle Romito wegen Drogendelikten unter Hausarrest steht.

In der Zwischenzeit hatte Pignani auch den 74-jährigen Salvatore Ranieri erschossen, der auf einem Fahrrad unterwegs war und offenbar weder seinen Mörder noch dessen Brüder kannte.

Ein viertes Opfer, ein Mann, der den Müll wegbringen wollte, sei nur deshalb dem Tod entgangen, weil er zu weit weg war, so im Bericht der Nachrichtenagentur weiter. Pignani kehrte dann in das Haus zurück, schloss sich ein und reagierte stundenlang nicht auf die Unterhändler, die am Tatort eintrafen, um ihn zur Aufgabe zu bewegen.

Als am Nachmittag ein Kommando der Gis Carabinieri das Haus betrat, hatte sich der Mann bereits mit derselben Pistole erschossen.

stol