Es war am Samstag gegen 6 Uhr, als lautes Grollen und Getöse das halbe Dorf Mühlen in Taufers aus dem Schlaf schreckte: Teilweise autogroße Felsbrocken stürzten den Rienzgraben in die Tiefe. Sie wurden vom oberen der beiden Schutzdämme zurückgehalten. <BR /><BR />Am gestrigen Sonntag lösten sich gegen 9 Uhr erneut und diesmal viel mehr Gesteinsbrocken und kollerten ins Tal. Auch sie blieben hinter den Schutzdämmen oberhalb der Wohnbauzone liegen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1035735_image" /></div> Der viele Regen der vergangenen Tage hatte dem ohnehin schon brüchigen Gelände zugesetzt, sodass davon auszugehen sei, dass noch weiteres Material in die Tiefe stürzen werde, erklärte Bürgermeister Josef Nöckler gestern. Er war gemeinsam mit den Freiwilligen Feuerwehren von Mühlen und Sand in Taufers vor Ort, um sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen. „Die Drohne der Feuerwehr hat das unwegsame Gelände überflogen, und dabei wurden weitere lose Felsbrocken entdeckt, die abzustürzen drohen“, berichtet der Bürgermeister. „Eine unmittelbare Gefahr für die Bewohner der Häuser unterhalb des Grabens besteht derzeit nicht“, sagt er. Hinter den beiden Schutzdämmen sei noch viel Platz. Der Gehweg auf dem Damm wurde allerdings abgesperrt. <BR /><BR /><embed id="dtext86-65039430_quote" /><BR /><BR />Für Bürgermeister Nöckler steht bereits fest, dass man am Rienzgraben – der mit dem Pusterer Hauptfluss nicht in Verbindung steht – unbedingt und sofort tätig werden muss. Immer wieder komme es zu Steinschlägen, der bisher letzte größere im Herbst des Vorjahres. „Wir haben ein Projekt vorliegen, dessen Genehmigung man vorziehen muss, damit es schnell umgesetzt werden kann“, sagt er. Konkret geht es darum, den unteren Schutzdamm um 20 Meter und den oberen um 70 Meter zu verlängern, sowie beide Dämme um 3 bis 4 Meter zu erhöhen. Er werde alle zuständigen Stellen einberufen und in dieser Angelegenheit Druck machen, sagt Nöckler. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1035738_image" /></div> Die Freiwilligen Feuerwehren von Mühlen und Sand in Taufers, die Samstag und Sonntag mit knapp 50 Mann ausgerückt sind, behalten den Rienzgraben unterdessen unter ständiger Beobachtung.