Der Vorfall ereignete sich in der Via Simone Martini auf einem Bus der Linie C32 der Verkehrsgesellschaft Azienda Napoletana Mobilità (ANM). Das Opfer, eine 32-jährige Frau, erlitt Stichverletzungen im Gesicht und an den Armen. Sie wurde bei Bewusstsein in das Krankenhaus Cardarelli gebracht und befindet sich nach Angaben der Ärzte nicht in Lebensgefahr.<BR /><BR />Der mutmaßliche Täter, ein 39-jähriger Neapolitaner aus dem Stadtteil Pianura, kannte sein Opfer nicht und soll offenbar ohne erkennbares Motiv gehandelt haben. Nach ersten Erkenntnissen könnte der Mann unter psychischen Problemen leiden.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1285152_image" /></div> <BR /><BR />Im Bus kam es nach der Tat zu dramatischen Szenen. Fahrgäste überwältigten den Mann und hielten ihn fest, wobei er sogar Lynchjustiz durch die Anwesenden riskierte. Die Carabinieri der mobilen Einsatzgruppe (Radiomobile) trafen kurz darauf ein und verhinderten eine weitere Eskalation. Die Beamten leiteten zunächst eine heikle Vermittlungsphase ein, da der Mann in einem offensichtlich stark gestörten psychischen Zustand war.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1285155_image" /></div> <h3> „Wollte nur Aufmerksamkeit“</h3>Vor den Augen zahlreicher Passanten – viele filmten die Szene mit ihren Smartphones – gelang es den Einsatzkräften schließlich, den Angreifer abzulenken, zu entwaffnen und festzunehmen. Als er in Handschellen aus dem Bus geführt wurde, rief er wiederholt den Namen des Neapler Staatsanwalts Nicola Gratteri und murmelte unter anderem, er habe „nur Aufmerksamkeit“ gewollt.<BR /><BR />Nach Angaben von Marco Sansone von der Gewerkschaft USB spielte auch der Busfahrer eine wichtige Rolle. „Die schnelle Reaktion des jungen ANM-Fahrers, der den Bus anhielt und versuchte, den Angreifer zu beruhigen, während die Fahrgäste die Polizei verständigten, hat wahrscheinlich Schlimmeres verhindert“, erklärte Sansone.<BR /><BR />Der Vorfall zeige erneut, wie notwendig mehr Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr sei. „Dieser Vorfall bestätigt einmal mehr die Notwendigkeit, das Personal an vorderster Front des öffentlichen Verkehrs besser zu schützen, die Arbeitsplätze zu sichern und die Kontrollen in Bussen und U-Bahn-Stationen zu verstärken“, sagte Sansone. Unternehmen und Präfekturen dürften nicht weiter abwarten, bis es zu einem Todesfall komme. Nötig sei ein dauerhafter runder Tisch zwischen Gewerkschaften, Verkehrsunternehmen und Institutionen, um die Sicherheit zu verbessern.