Sonntag, 26. November 2017

Angst und Schmerzen in der Bozner Notaufnahme?

Eine Partynacht in Bozen endete für mehrere Personen in der Nacht von Samstag auf Sonntag in der Notaufnahme. Doch dort soll der Ärger erst so richtig begonnen haben, wie ein Augenzeuge berichtet. Und zwar auch für unbeteiligte Patienten. Laut den Carabinieri stellt sich der Vorfall aber anders dar.

In der Notaufnahme des Krankenhaus Bozen sollen sich ungute Szenen abgespielt haben.
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In der Notaufnahme des Krankenhaus Bozen sollen sich ungute Szenen abgespielt haben. - Foto: © D

Vor der Bozner Disko „Life“ waren sich in der Nacht auf Sonntag einige Partygänger, ersten Angaben zufolge vorwiegend Ausländer, in die Haare gekommen. Der Stein des Anstoßes ist laut Polizeiangaben nicht bekannt, es dürfte sich um „die typischen Auseinandersetzungen handeln, die bei einem Übermaß an Alkoholgenuss auftreten“, erklärt ein Sprecher der Staatspolizei.

Die Beamten beruhigten die Situation und trennte die Streithähne, der ein oder andere Beteiligte muss sich aber während der Auseinandersetzung verletzt haben.

Kurze Zeit später soll es in der Notaufnahme des Bozner Krankenhauses ebenfalls zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung gekommen sein, wie ein STOL-Leser am Sonntag berichtet. Auf STOL-Nachfrage geht die Polizei davon aus, dass es sich bei den Streithähnen um die gleichen Personen handeln könnte, die bereits vor der Disko aneinandergeraten waren.

Augenzeuge: „Security war machtlos“

Die der Redaktion vorliegende, schriftliche Beschreibung erzählt von hässlichen Szenen, die sich im Krankenhaus abgespielt haben sollen.

Begonnen habe alles, als vier junge Männer mit Verletzungen in der Notaufnahme eingetroffen seien. „Sie saßen direkt neben mir und litten sichtlich an Schmerzen“, schreibt der Leser. Als er durch den Wartesaal ging, beobachtete er, wie weitere junge Männer, auch sie verletzt, in der Notaufnahme eintrafen und auf die wartenden Männer losgingen.

„Die Security war machtlos und stand beobachtend neben der Masse, welche ihren vorhergehenden Streit mit in das Krankenhaus gebracht hatte. Durch die Türen kamen weitere Mitglieder in den Saal und schlossen sich der Auseinandersetzung an“, so der Leser.

Die anderen Patienten, gebrechliche Leute, Menschen, die sichtlich Schmerzen litten, und Ruhebedürftige, sollen zurückgewichen, wer auf einer Trage lag, von Dritten weggerollt worden sein.

„Patienten haben Angst“

„Zwei Carabinieri“, so liest man im Bericht weiter, „schafften es zunächst, die Gruppe aufzuspalten. Einige gingen weg, der Rest blieb, um sich weiterhin an der nun etwas beruhigten, aber dennoch aufgebrachten Diskussion zu beteiligen.“ Die 15 Streithähne sollen sich schließlich auf den Gängen verteilt haben, sie trafen dann aber wieder in der Notaufnahme aufeinander.

Viele der Patienten hätten sichtlich Angst gehabt, berichtet der Leser weiter. Die Frage, ob einer der Streithähne eine Waffe bei sich trage, hätte die Runde gemacht.

Schließlich sei Verstärkung gerufen worden und die Carabinieri hätten die angehende Schlägerei gestoppt.

Carabinieri: Von Schlägerei kann keine Rede sein

Laut Carabinieri stellt sich die Sachlage aber anders dar. Sie bestätigen, dass sich eine Gruppe Jugendlicher nach der Auseinandersetzung in die Notaufnahme begeben habe, um sich behandeln zu lassen. Ein Jugendlicher der anderen Gruppe soll dazugestoßen und mit seinen Widersachern weiter diskutiert haben. Als die Sicherheitskräfte eintrafen, hatte sich der junge Mann bereits wieder entfernt. Laut Carabinieri könne von einer Schlägerei in der Notaufnahme keine Rede sein.

Der Sanitätsbetrieb teilte mit, dass sich die Situation beim Eintreffen des Krankenhaus-Wachpersonals bereits beruhigt hatte.

stol/aw

stol