Der zehnjährige Sohn der in Anguillara Sabazia getöteten Federica Torzullo (41) bleibt bei seinen Großeltern mütterlicher Seite. Zum Vormund des Kindes wurde der Bürgermeister von Anguillara Sabazia, Angelo Pizzigallo, ernannt, entschied das Jugendgericht in Rom bei einer Anhörung am Mittwoch. <BR /><BR />Nach Angaben aus Justizkreisen wäre alternativ eine vorübergehende Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung möglich gewesen. Davon sah das Gericht jedoch ab, um dem Kind weitere Belastungen zu ersparen. Der Bub lebt bereits seit dem Mord an der Mutter bei seinen Großeltern mütterlicherseits.<BR /><BR />Federica Torzullo war in ihrem Haus in Anguillara Sabazia getötet worden. Ihr Ehemann, Claudio Carlomagno wurde festgenommen und steht unter Mordverdacht. Am Samstag wurden dessen Eltern tot in ihrer Garage aufgefunden. Die Ermittler gehen von Suizid aus.<BR /><BR />Das Kind habe innerhalb kurzer Zeit den gewaltsamen Tod der Mutter, die Festnahme des Vaters und den Tod der Großeltern väterlicherseits verkraften müssen, hieß es. Vor diesem Hintergrund habe das Gericht dem Verbleib im familiären Umfeld den Vorrang gegeben. <h3> Ermittlungen im Haus des Mordopfers</h3>Die Ermittler kehrten am Mittwoch erneut in die Villa zurück, in der Federica Torzullo getötet wurde. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen in den Wohnräumen mehrere Untersuchungen durchgeführt werden. Die Ermittlungen erstrecken sich zudem auf das Auto des Beschuldigten sowie auf dessen Firma. <BR /><BR />Besonderes Augenmerk gilt der sogenannten Blackbox des Fahrzeugs, einem mit GPS ausgestatteten Datenspeicher, der Aufschluss über Fahrten und Standzeiten geben kann. Die Auswertung soll Hinweise auf die Bewegungen Carlomagnos in den Stunden nach der Tat liefern.<BR /><BR />Ziel der Ermittler ist es zu klären, ob jemand Carlomagno bei der Beseitigung von Federicas Leiche auf einem Grundstück der Firma der Familie geholfen hat. Die Ermittler hoffen außerdem, die Tatwaffe zu finden. Nach Angaben des Beschuldigten habe er ein zweischneidiges Messer benutzt. Der Angriff habe rund 45 Minuten gedauert und in einem der Badezimmer der Villa begonnen. Das Messer habe er anschließend in ein Gewässer geworfen. Bisherige Suchaktionen blieben erfolglos.<h3> Eltern schrieben Abschiedsbrief an jüngeren Sohn</h3>Parallel dazu dauern die Ermittlungen zum Tod der Eltern des Tatverdächtigen an. Die Obduktion bestätigte Erstickung durch Erhängen als Todesursache. Maria und Pasquale Carlomagno nahmen sich nach Erkenntnissen der Ermittler am späten Samstagnachmittag das Leben. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Verfahren wegen Anstiftung zum Suizid ein.<BR /><BR />In der beschlagnahmten Wohnung der Eheleute stellten die Carabinieri weiteres Beweismaterial sicher. In einem Abschiedsbrief an den jüngeren Sohn Davide verwiesen die Eltern auch auf eine „soziale und mediale Hetzkampagne“ nach dem Femizid. In sozialen Netzwerken waren Drohungen und schwere Anschuldigungen gegen sie verbreitet worden. Die Ermittler prüfen nun, ob sich die Urheber identifizieren lassen.