In den Krankenhäusern von Bozen und Meran wurde bereits ein Prozedere erarbeitet, wie mit den Patienten umgegangen werden sollte, berichtet Pycha. <BR /><BR />„Und auch die Krankenhäuser Bruneck und Innichen sind da schon gut organisiert. Die Ausweitung auf das ganze Land erweist sich aber als schwierig“, erklärt der Koordinator.<BR />In Italien müssen Anorexie-Patienten mit einem Body-Mass-Index (BMI) unter 12 stationär aufgenommen werden – notfalls gegen ihren Willen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1279521_image" /></div> <BR /><BR />„Wir möchten in Südtirol bereits bei BMI 13 intervenieren“, sagt Dr. Pycha. „Aber nur vier von sieben Krankenhäusern sind so organisiert, dass sie dem genau Folge leisten. Mein Appell lautet, dass wir das Prozedere auf ganz Südtirol ausdehnen – und dazu brauchen wir die Sanitätsdirektion.“ <BR /><BR />Festgelegt werden sollte, dass die Anorexie-Patienten in der Notaufnahme so behandelt werden, wie es der Behandlungspfad („Percorso Lilla“) vorschreibe. Zudem sollte vorgeschrieben werden, in welcher Abteilung die Patienten je nach Gefährdung aufgenommen werden – entweder subintensiv, oder in der Abteilung für Innere Medizin und wann von dort in die Psychiatrie.<h3> In 15 Prozent der Fälle tödlich</h3> Anorexie kann lebensgefährlich werden – bei 15 Prozent der schweren Fälle endet sie tödlich. „Anorexie tritt häufig in der Post-Pubertät auf“, erklärt Dr. Pycha. „Solche Jugendliche sind oft mit ihrer körperlichen Umwandlung, ihrer neuen Rolle und ihrem Erwachsen-Werden nicht einverstanden. Als Anorektikerinnen bleiben sie deutlich kindlicher. Die gesamte Sexual-Sphäre wird als belastend erlebt. Bei Frauen ist das verständlich, denn damit sind Monatsblutungen und Schmerzen verbunden.“ <BR /><BR />Da könne es – auch mit den neuen Rollen – der Partnersuche und Partnerfindung – zu Lebenskrisen und Belastungen kommen. „Die Anorexie ist auch ein Versuch, dem auszuweichen“, sagt Dr. Pycha. Hoher Erwartungsdruck und großer Ehrgeiz spielen ebenfalls eine große Rolle. „Menschen mit Anorexie sind sehr starrköpfig, zäh und unnachgiebig“, erklärt Pycha. „Wären sie nachgiebig, dann würden sie dem Hunger stattgeben.“ <BR /><BR />Anorektikerinnen haben Angst, zuzunehmen und bewegen sich, um abzunehmen. „Sie fühlen sich dick, obwohl sie ausgemergelt sind“, sagt Pycha. „Der Magen fühlt sich gebläht an, obwohl nichts drinnen ist. “