Freitag, 10. Juli 2015

Ansbach: Bereits 2009 gab es einen Amoklauf

Es ist noch nicht lange her, als Ansbach von einem Amoklauf heimgesucht wurde. Dabei wurden an einer Schule zwei Schülerinnen schwer und sieben Schüler sowie eine Lehrerin leicht verletzt.

2009 sucht der Täter in Ansbach eine Schule heim.
2009 sucht der Täter in Ansbach eine Schule heim.

Der Amoklauf 2009 ereignete sich am Vormittag des 17. Septembers 2009 am Gymnasium Carolinum in Ansbach. 

Mit Brandsätzen bewaffnet

Der Täter Georg R. betrat gegen 8.30 Uhr mit einem Beil, zwei Messern und drei Molotowcocktails bewaffnet das Schulgebäude. Er schleuderte einen Brandsatz in zwei Klassenräume einer neunten sowie einer zehnten Klasse.

Nur der zweite Brandsatz zündete.

 

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Georg R. stürmte 2009 in eine Schule in Ansbach mit der Absicht Menschen zu töten. Foto: dpa

Der Täter schlug anschließend mit dem Beil wahllos auf die aus dem Raum flüchtenden Schüler ein, als er vor dem Raum auf sie wartete. Er verletzte eine Schülerin mit dem Beil am Kopf, sie erlitt ein lebensgefährliches offenes Schädel-Hirn-Trauma.

Eine andere Schülerin erlitt schwere Brandverletzungen, acht weitere Schüler wurden leicht verletzt.

Täter wird schwer verletzt

Ein 18-jähriger Schüler verständigte um 8.35 Uhr die Polizei, die kurze Zeit später eintraf. Anschließend begann der 18-Jährige, seit mehreren Jahren in der freiwilligen Feuerwehr aktiv, mit den Löscharbeiten.

Der Täter hatte sich zu diesem Zeitpunkt in einer Toilettenkabine eingeschlossen. Als er diese verließ, bedrohte er die Polizisten mit einem Messer, die daraufhin das Feuer eröffneten und den Täter um 8.43 Uhr mit drei Schüssen in Arm, Bauch und Brust schwer verletzten.

Täter erhält neun Jahre Jugendstrafe

Die Staatsanwaltschaft Ansbach warf dem zum Zeitpunkt des Prozessbeginns 19 Jahre alten Verdächtigen versuchten Mord in 47 Fällen, versuchten Totschlag in zwei Fällen, gefährliche Körperverletzung in 13 Fällen sowie versuchte besonders schwere Brandstiftung vor.

Das Landgericht Ansbach eröffnete den Prozess am 22. April 2010, die Öffentlichkeit wurde nach Verlesung der Anklage bis zur Verkündung des Urteils ausgeschlossen.

Am 29. April 2010 wurde der Täter unter anderem des versuchten Mordes in 47 Fällen schuldig gesprochen und zu neun Jahren Jugendstrafe verurteilt. Die Jugendstrafkammer des Landgerichtes Ansbach verfügte zudem die unbefristete Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik.

stol/dpa

stol