Mittwoch, 29. Mai 2019

Anschläge in Sri Lanka wären vielleicht vermeidbar gewesen

Die Anschläge in Sri Lanka hätten vielleicht verhindert werden können. Die Behörden wurden zwei Jahre zuvor auf einen Drahtzieher aufmerksam gemacht, unternahmen aber nichts.

Sri Lankas Geheimdienst war bereits 2 Jahre vor den Vorfällen am Ostersonntag auf den Drahtzieher aufmerksam geworden - nahmen die Warnungen allerdings nicht ernst.
Sri Lankas Geheimdienst war bereits 2 Jahre vor den Vorfällen am Ostersonntag auf den Drahtzieher aufmerksam geworden - nahmen die Warnungen allerdings nicht ernst. - Foto: © APA/AFP

Die Behörden in Sri Lanka haben den Drahtzieher der Anschlagsserie vom Ostersonntag trotz zunehmender Hinweise im Vorfeld nicht festgenommen. Geheimdienstchef Sisira Mendis sagte einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss am Mittwoch, die Anschläge hätten durch eine Festnahme von Zahran Hashim verhindert werden können.

„Er war wegen Hassreden gemeldet worden. Die Behörden sind vor den Anschlägen auf ihn aufmerksam geworden“, sagte der Geheimdienstchef. „Die Polizei hätte ihn zumindest vernehmen können.“ Die Behörden wurden vor zwei Jahren auf Hashim aufmerksam, als dieser mit einer gemäßigten Muslimgruppe in seinem Heimatdorf im Osten Sri Lankas aneinandergeriet. Er wurde aber nicht festgenommen.

Geheimdienstchef Mendis sagte, die zuständige Polizeieinheit habe die Warnungen vor einem drohenden Angriff nicht ernst genommen. Polizeichef Pujith Jayasundara hatte zehn Tage vor den Anschlägen gewarnt, dass Hashims Islamistengruppe NTJ Kirchen und andere Plätze angreifen könnte. Nach der Befragung eines in Indien inhaftierten Jihadisten wurde die Angelegenheit jedoch nicht weiter verfolgt, Sicherheitsmaßnahmen wurden nicht eingeleitet.

Das Parlament in Colombo untersucht seit Mittwoch, wie es zu der verheerenden Anschlagsserie kommen konnte. Dabei waren am Ostersonntag 258 Menschen getötet und fast 500 weitere verletzt worden. Sri Lankas Regierung macht die Islamistengruppe NTJ für die Anschläge verantwortlich, glaubt aber, dass sie Unterstützung aus dem Ausland hatte.

Die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Anschläge für sich. In einem Video hatten Hashim und sieben andere Extremisten einen Treueeid auf IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi geschworen.

apa/afp

stol