Montag, 17. August 2015

Anschlag in Bangkok: Mindestens 19 Tote und 123 Verletzte

Eine Explosion stürzt ein beliebtes Einkaufsviertel in Bangkok ins Chaos. Es gibt viele Tote und Verletzte, auch Ausländer sind darunter. Wer steckt dahinter?

Die Bombe explodierte in unmittelbarer Nähe des bei Bangkok-Besuchern beliebten Erawan-Schreins (im Hintergrund).
Die Bombe explodierte in unmittelbarer Nähe des bei Bangkok-Besuchern beliebten Erawan-Schreins (im Hintergrund). - Foto: © APA/EPA

Bei einer gewaltigen Bombenexplosion sind in der thailändischen Hauptstadt Bangkok mindestens 19 Menschen getötet worden. 123 weitere wurden verletzt, als der Sprengsatz am Montagabend (Ortszeit) an einem bei Einheimischen und Touristen beliebten Schrein mitten im Einkaufsviertel detonierte. Die meisten Opfer stammen aus China und Taiwan, aber auch Menschen aus Thailand und den Philippinen waren betroffen. 

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Die Nachricht aus Bangkok habe ihn geschockt.

Touristen wird empfohlen, besonders vorsichtig zu sein

Das Auswärtige Amt in Deutschland aktualisierte am Abend seine Reise- und Sicherheitshinweise für Thailand. „Reisenden wird empfohlen, besonders vorsichtig zu sein und diese Reisehinweise und die aktuelle Medienberichterstattung aufmerksam zu verfolgen“, heißt es darin. „Weitere Anschläge auch in anderen beliebten Feriengebieten können nicht ausgeschlossen werden.“ Das Amt empfiehlt, Demonstrationen und Menschenansammlungen zu meiden.

Die thailändische Polizei ging von einem Anschlag aus. Sie habe in der Umgebung einen weiteren Sprengsatz gefunden und entschärft, sagte der Sprecher. Die umliegenden Einkaufszentren wurden geräumt. Hunderte Polizisten durchsuchten die Umgebung nach weiteren Bomben. Es gab aber zunächst kein Bekennerschreiben.

In dem buddhistischen Land gibt es zwar gewalttätige muslimische Separatisten im Süden, und die Gesellschaft ist politisch tief gespalten. Anschläge in der Hauptstadt, etwa zur Destabilisierung der Regierung, sind aber eigentlich unbekannt. In Thailand regiert seit einem Militärputsch im Mai 2014 Putschführer Prayuth Chan-ocha.

„Bringt keine Gerüchte in Umlauf, die Verwirrung im Land stiften könnten“

Die Junta rief zur Ruhe auf. „Bringt keine Gerüchte in Umlauf, die Verwirrung im Land stiften könnten“, sagte Junta-Sprecher Winthai Suvari. „Wir versichern, dass die Behörden jetzt alles unter Kontrolle haben.“ Er widersprach Gerüchten in sozialen Netzwerken, dass der Ausnahmezustand verhängt worden sei.

 

Die Ratchaprasong-Kreuzung war mit Glassplittern und Trümmerteilen übersät. Unzählige Krankenwagen luden teils mehrere Verletzte auf einmal ein. Viele Menschen suchten verzweifelt nach ihren Angehörigen. Die Kreuzung ist sehr belebt. In der Umgebung sind zahlreiche Restaurants, Hotels und Einkaufszentren. An dem Schrein legen Thailänder den ganzen Tag über Blumen nieder und zünden Räucherstäbchen an. Touristen verharren dort, weil es jede Stunde mehrere Tanzdarbietungen zur Huldigung des Hindu-Gottes Brahma gibt.

Eine Überwachungskamera filmte an der Kreuzung einen riesigen Feuerstoß. Dann waren auf dem Video Passanten zu sehen, die in verschiedene Richtungen davonliefen.

Über den Hintergrund konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen. 

dpa

stol