In Meran zogen rund 50 Demonstranten bis zum Theaterplatz, wo es zu einem Sitzstreik kam. Unter anderem wurde ein Bus am Weiterfahren gehindert.Der Protest konnte nur von der Polizei aufgelöst werden. Diese führte außerdem mehrere Personenkontrollen durch.Auch in Rovereto gingen Menschen auf die Straßen.Demos in ÖsterreichIn Wien fanden sich nach Angaben von Polizei und Veranstaltern zwischen 3000 und 4500 Menschen auf dem Stephansplatz zusammen, um von dort aus vor das Parlament zu ziehen. In Innsbruck demonstrierten 800, in Linz 400, in Salzburg rund 1000 Menschen bei teils zweistelligen Minusgraden.An einer Kundgebung in Graz, die bei starkem Schneefall stattfand, beteiligten sich laut Polizei rund 1000 Personen. Große Beteiligung in DeutschlandIn Deutschland gab es große Beteiligung an den Protesten. Wie die Polizei mitteilte, beteiligten sich in München etwa 16.000 Menschen an dem internationalen Protesttag, in Berlin sprachen die Veranstalter von 10.000 Teilnehmern. In Köln folgten Polizeiangaben zufolge etwa 2000 Demonstranten dem Protestaufruf. Auf Plakaten forderten Teilnehmer der Berliner Kundgebung „Freiheit im Internet“ oder „Für Reform des Urheberrechts“. Andere trugen Masken der Hacker-Bewegung Anonymous.Kundgebungen in ganz EuropaAuch in der Schweiz war eine Kundgebung angekündigt. Auf dem Zürcher Helvetiaplatz versammelte sich am Samstagnachmittag aber nur rund ein Dutzend Personen zur Anti-ACTA-Kundgebung, zu der die Piratenpartei aufgerufen hatte.Trotz eisiger Kälte fanden sich sich vor dem Parlament in Sofia rund 300 Demonstranten ein. Ähnliche Aktionen wurden nach Angaben der Veranstalter in insgesamt 15 Städten des EU-Landes organisiert. In der litauischen Hauptstadt Vilnius demonstrierten mehrere hundert Menschen gegen den Vertrag, in Warschau waren es zunächst einige Dutzend Demonstranten.Das ACTADas Anti-Counterfeiting Trade Agreement (Handelsabkommen zur Abwehr von Fälschungen) hatten 2010 mehrere Staaten ausgehandelt. Am 26. Jänner diesen Jahres war das Abkommen dann von der EU sowie von 22 der 27 Mitgliedsstaaten unterzeichnet worden.Der ACTA-Vertrag sieht unter anderem vor, dass Internet-Provider den Behörden Daten wie die IP-Adresse bekanntgeben sollen, um bei Verstößen gegen das Urheberrecht eine Identifizierung von Personen zu ermöglichen. Die ACTA-Gegner befürchten, dass das Abkommen die Meinungsfreiheit im Internet massiv einschränken würde. Deutschland, Estland, Niederlande, Zypern, Slowakei zögern bisher bei der Unterschrift. Polen, Tschechien und Lettland haben die Ratifizierung durch das Parlament vorerst gestoppt. Auch in Bulgarien gibt es Zweifel an der Ratifizierung. _________________________________________________________________________________________„Zett“-InterviewIn ihrer Ausgabe vom 12. Februar spricht die Sonntagszeitung „Zett“ mit Herbert Dorfmann. Sie befragte den EU-Parlamentarier, wie er zu den Kundgebungen steht und inwieweit dieses Abkommen mit der europäischen Gesetzgebung vereinbar ist.