Freitag, 18. Dezember 2020

„Antigen-Speicheltest“ an Südtiroler Grundschulen

Zu Beginn der kommenden Woche startet der Südtiroler Sanitätsbetrieb ein Pilotprojekt in zwei Südtiroler Grundschulen: Mit dem sogenannten „Antigen-Speicheltest“ soll das Coronavirus bei Kindern nachgewiesen werden.

An Schulen wird getestet.
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An Schulen wird getestet. - Foto: © shutterstock
Dieses Verfahren wurde bereits mit Erfolg in einigen Schulen unter Aufsicht des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten L. Spallanzani, in Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus San Camillo in Rom, und in der Medizinischen Abteilung der Universität Padua, durchgeführt.

„Der Speichel stellt ein weiteres Probenmaterial für den Nachweis von SARS-CoV-2 dar, mit dem Vorteil, dass die Kinder die Entnahme weniger belastend als den Nasen-Rachen-Abstrich empfinden. Wichtig ist, dass die Kinder bis zu 30 Minuten vor dem Test nichts essen und bis auf Wasser auch nichts trinken, um die Probe nicht zu verunreinigen“, erklärt Elisabetta Pagani, die Direktorin des betrieblichen Labors für Mikrobiologie und Virologie.

So funktioniert der Test

Die Speichelprobe wird mittels eines Wattetampons, das jenem in der Zahnarztpraxis ähnelt, entnommen. Das Kind muss ihn ca. zwei Minuten zwischen Wangeninnenseite und Kiefer oder unter der Zunge behalten. Der Wattetampon saugt sich voll, bis er die größtmögliche Speichelmenge enthält. Dann wird er in ein Röhrchen gesteckt und ins Labor geschickt. Da die Methode eine gewisse Selbständigkeit beim Kauen und beim bewussten Verhindern des Verschluckens erfordert, ist dieser Test nur für Kinder über drei Jahre geeignet und darf bei Personen mit erhöhter Verschluckungsgefahr (z.B. nicht kooperierende Personen) nicht angewendet werden. Der Test wird in jedem Fall von qualifiziertem Gesundheitspersonal begleitet.

Zwei Südtiroler Grundschulen haben sich für die Teilnahme an diesem Pilotprojekt gemeldet: die deutsche Grundschule in Klausen und die italienische Grundschule San Filippo Neri in Bozen. Von jeder Schule nehmen jeweils zwei Klassen teil. Selbstverständlich ist die Teilnahme freiwillig und es wird im Vorfeld das Einverständnis der Eltern eingeholt. Diese können ca. 48 Stunden nach Durchführung des Tests den Befund mit dem mitgeteilten Token-Kodex über das Befundportal des Südtiroler Sanitätsbetriebes abrufen. An einer Verkürzung der Auswertungszeit wird noch gearbeitet. Im Falle eines positiven Testergebnisses informiert das Departement für Gesundheitsvorsorge die Eltern.



Für Gesundheitslandesrat Thomas Widmann ist die freiwillige Teilnahme der Schulen sehr wertvoll: „Ich danke den Grundschuldirektionen herzlich, die sich auf eigene Initiative gemeldet haben, um an diesem Pilotprojekt teilzunehmen. Ebenso danke ich den Eltern, die ihr Einverständnis für die Teilnahme ihres Kindes geben. Gerade für den Schulbereich sind solche Aktionen sehr wichtig, um ein Aufkommen von Infektionsherden zu vermeiden.“

„Wenn sich der Antigen-Speicheltest bewährt - und davon gehe ich aus -, dann kann er zu einem weiteren Baustein bei der flächendeckenden Überwachung des Infektionsgeschehens in Südtirol werden“, sagt Generaldirektor Florian Zerzer, der Dr. Pagani und ihrem Team für das Engagement und die zügige Umsetzung des Projektes dankt.

Auch Landesschuldirektorin Sigrun Falkensteiner steht mit Überzeugung hinter dem Projekt: „Alle Maßnahmen, die dazu beitragen, Bildungs- und Unterrichtszeit für alle Beteiligten sicher zu gestalten, sind willkommen. Schließlich möchten wir weiterhin Lernen in Beziehung in Präsenz ermöglichen. Danke allen, die sich dafür einsetzen.“

Nach Abschluss und Auswertung des Pilotprojektes wird über das weitere Vorgehen entschieden.

sabes/stol

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