Donnerstag, 25. Juni 2020

Antikörper-Schnelltest: 40 Prozent Nein aus Südtirol

Südtirol macht keine gute Figur. 40 Prozent – rund 920 Personen – der bisher 2300 kontaktierten Südtiroler für die ISTAT-Studie haben einen Schnelltest zur Feststellung von Corona-Antikörpern abgelehnt.

Bislang haben sich die meisten Südtiroler geweigert, am Antikörper-Test teilzunehmen.
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Bislang haben sich die meisten Südtiroler geweigert, am Antikörper-Test teilzunehmen. - Foto: © shutterstock
Von den Vorgemerkten haben bis Stichtag Mittwoch 650 Bürger am Test teilgenommen. „Wie viele der 700 Vorgemerkten zum Test erscheinen, wissen wir natürlich nicht“, sagt Manuel Pallua, Präsident des Roten Kreuzes.

Wie berichtet, läuft in Südtirol seit dem 26. Mai die ISTAT-Studie. Mit dieser gesamtstaatlichen Studie mit italienweit 150.000 Testpersonen soll auch in Südtirol erhoben werden, wie hoch die effektive Anzahl an Bewohnern ist, die bereits mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 in Kontakt gekommen sind.

Ziel dieser Studie mit den 4400 Südtiroler Probanden war und ist es, mit serologischen Tests festzustellen, wie hoch der Anteil in der Bevölkerung ist, der bereits Antikörper gegen das Coronavirus aufweist. Dies aufgeschlüsselt nach geografischem Gebiet, Alter, Geschlecht und Wirtschaftszweig.

2300 Südtiroler wurden gefragt, 700 haben zugesagt

Wie der Südtiroler Präsident des Roten Kreuzes, Manuel Pallua, sagt, müssen erst noch 2000 der rund 4400 Südtiroler Probanden vom Roten Kreuz kontaktiert werden.

„Von den bereits kontaktierten 2300 Personen haben rund 700 einen Abstrich-Termin vereinbart, aber 40 Prozent haben von vornherein eine Teilnahme abgelehnt“, sagt Präsident Pallua. Und wie viele von den 700 vorgemerkten Probanden den Abstrich-Termin wahrnehmen, könne er, Pallua, nicht sagen.

Der Generaldirektor des Sanitätsbetriebs, Florian Zerzer, findet es „bedenklich, dass 40 Prozent der kontaktierten Bürger sich nicht an der Studie beteiligen“. Ein Grund für die durchwachsene Teilnehmer-Quote könne aber auch der sein, „dass mehrere Studien stattfinden und die Menschen die einzelnen Initiativen nicht zuordnen können. Genau aus diesem Grund haben wir bei der Grödner Studie den Schulterschluss mit den Bürgermeistern gesucht und gefunden. Sie haben sich eingesetzt, damit die Leute bereit sind, bei der Studie mitzumachen. Das hat uns sehr geholfen“, sagt der Generaldirektor.

Ist die Studie weiterhin repräsentativ?

Die Leute des Roten Kreuzes gingen laut Zerzer sehr professionell an die Organisation der Studie heran. „Aber es ist offensichtlich ein Unterschied, ob ich über ein Call-Center telefonisch kontaktiert werde. Da reagieren viele Menschen leider skeptisch“, meint Zerzer.

Ist damit die Repräsentativität der Studie gefährdet? „Das kann ich nicht beurteilen. Die wissenschaftlichen Begleiter der Studie müssen feststellen, ob der Sample, die repräsentative Stichprobe in der Bevölkerung, noch gewährleistet ist oder nicht“, sagt Florian Zerzer.

Auch Elisabetta Pagani, Chefin des Landeslabors für Mikrobiologie und Virologie, unterstreicht erneut, dass „die Teilnahme an der Studie zwar nicht Pflicht ist, aber man sich selbst und der Gesellschaft einen wichtigen Dienst erweist. Sollte die Teilnahme niedrig bleiben, riskieren wir, dass das Endergebnis nicht repräsentativ ist und wir ein wichtige Chance, mehr über dieses neue Virus zu erfahren, vergeben“, so Pagani.

Die ISTAT-Studie wird bis in die zweite Juli-Woche andauern.

lu

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