„Ein frischer Apfel am Morgen hilft dabei, die Birkenpollenallergie zu heilen“, betonte der Bozner Dermatologie-Primar, Dr. Klaus Eisendle.<BR /><BR />Seit eh und je werden die Symptome einer Birkenpollenallergie mittels Immuntherapie behandelt: Einige Monate vor der Pollensaison beginnt der Patient mit der täglichen Einnahme des Medikaments, um das Immunsystem Schritt für Schritt an das Allergen zu gewöhnen. Doch die Ergebnisse der AppleCare-Studie zeigen, dass auch der tägliche Verzehr eines Apfels dabei hilft, Symptome zu lindern. <BR /><BR />„Die Apfeltherapie wirkt sich aber nicht nur positiv auf den Heuschnupfen aus, sondern genauso auf potenzielle Kreuzallergien“, so Dermathologie-Primar Dr. Eisendle. Kreuzreaktionen auf bestimmte Nahrungsmittel – vor allem Nüsse und Kernobst – seien bei der Birkenpollenallergie nämlich keine Seltenheit.<h3> Der Apfel stellt seine Wirkung unter Beweis</h3>160 Patienten wurden im Rahmen der AppleCare-Studie untersucht. Dass die Apfeltherapie bei ihnen Wirkung zeigte, wurde u.a. anhand von Prick-Tests (Hauttest zur Erkennung von Allergien, Anm. d. Red.) nach Abschluss der Therapie klar. <BR /><BR />„Die allergische Hautreaktion der Patienten hat sich deutlich verringert“, informierte Bettina Nothegger von der Allergieambulanz der Uniklinik Innsbruck, die das Projekt gemeinsam mit dem Krankenhaus Bozen und dem Versuchszentrum Laimburg in die Wege geleitet hat. „Zudem konnten die teilnehmenden Allergiker nach Therapieende nicht nur eine wesentlich höhere Menge an Äpfeln vertragen, sondern auch andere kreuzreaktive Lebensmittel.“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1142166_image" /></div> <BR />Die Studie stellte unter Beweis, dass die Apfeltherapie das Zeug dazu hat, mit einer medikamentösen Therapie mitzuhalten – und sogar einige Vorteile bietet. „Die Art der Nebenwirkung war ähnlich wie beim Medikament, doch bei Letzterem waren die Beschwerden zu Beginn viel stärker und hielten doppelt so lange an“, so Nothegger.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1142178_image" /></div> <BR /><BR />Nicht zuletzt hat die Apfeltherapie die lästigen Symptome von Heuschnupfen wie eine juckende Nase, ständiges Niesen und brennende Augen gelindert. Wohl auch deswegen hat sich die Lebensqualität der Teilnehmenden laut eigener Aussage verbessert.<h3> So funktioniert die Apfeltherapie</h3> <b>Frau Nothegger, wie funktioniert die Apfeltherapie?</b><BR />Bettina Nothegger: Im besten Fall startet die Therapie im Herbst, wenn die Äpfel frisch geerntet werden. Begonnen wird mit dem Verzehr eines wenig-allergenen Apfels wie der Sorte Granny Smith – z.B. ein Viertel jeden Morgen nach dem Frühstück. Die Menge wird alle 2 Wochen verdoppelt bis ein ganzer Apfel verspeist wird. Ist diese erste Periode einmal zu Ende, steigt der Allergiker auf eine mittel-allergene Apfelsorte um. Hier würde sich etwa die Pink Lady eignen. Diese Phase zieht sich dann den Winter über hinweg bis zum Ende der Pollensaison. Dann kommt eine hoch-allergene Sorte wie der Golden Delicious zum Zug. Während der Therapie wird ständig Kontakt mit einem Arzt aufrechterhalten, damit alles reibungslos abläuft. <BR /><BR /><embed id="dtext86-69039281_quote" /><BR /><BR />Ist die Immuntherapie einmal zu Ende, kann sich der Allergiker mit dem Arzt über eine mögliche Alternative beraten.<BR /><BR /><b>Was sind die Vorteile der Apfeltherapie?</b><BR />Nothegger: Der hohe Gesundheitswert des Apfels bietet zig positive Nebeneffekte, etwa für die Verdauung dank der vielen Ballaststoffe. Zudem sind die Beschwerden geringer als bei der Immuntherapie.