Dienstag, 29. August 2017

Arbeit unter Lebensgefahr: Schaffner und Lokführer streiken

4 Übergriffe in nur 2 Wochen: Die Arbeit des Zugpersonals wird augenscheinlich immer gefährlicher. Um für mehr Sicherheit an ihrem Arbeitsplatz zu demonstrieren, haben die Gewerkschaften Schaffner und Lokführer am 7. September zu einem Streik aufgerufen.

Es wird immer gefährlicher auf dem Arbeitsplatz „Zug“, für die Schaffner sowie für den Lokführer.
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Es wird immer gefährlicher auf dem Arbeitsplatz „Zug“, für die Schaffner sowie für den Lokführer. - Foto: © APA/DPA

Die Reisenden des Regionalzuges 10970 mussten am  vergangenen Sonntag am Bahnhof von Ala im Trentino einige Zeit lang auf den nächsten Zug warten. Der Grund? Schaffner und Lokführer wurden verprügelt (STOL hat berichtet).

"Die Arbeit des Zugschaffners, aber auch die der Busfahrer wird immer gefährlicher. Der Schaffner hat es nicht leicht, soll er doch die Ticketkontrolle durchführen und für Ordnung auf den Zügen sorgen, und dennoch wird er während seiner Arbeit von einigen Schwarzfahrern brutal angegriffen, meist verbal aber oft auch regelrecht verprügelt", schreibt Armin Pichler vom Südtiroler Gewerkschaftsbund. 

Bis ins Krankenhaus

Es komme immer öfter vor, dass die nach einem Übergriff ins Krankenhaus müssten, da sie Fausthiebe ins Gesicht abbekommen oder gebrochene Finger, aber auch bedroht und beleidigt würden. Der Schaffner oder die Schaffnerin arbeiten meist allein, bei Tag oder Nacht, auch auf längeren Strecken, sie sind dabei wehrlos solchen Situationen ausgesetzt, die für sie gefährlich bis tödlich werden können.

"Bedenklich ist es, dass in den letzten Jahren zum Thema Sicherheit auf den Zügen wenig oder überhaupt nichts unternommen wurde und die Situation verschlimmert sich jetzt", heißt es weiter. 

Streik am 7. September von 9 bis 17 Uhr

Deswegen haben die Gewerkschaften von Südtirol und dem Trentino (FILT CGIL, FIT SGBCISL, UILT UIL, UGL, ORSA Ferrovie) gemeinsam beschlossen einen Streik auszurufen. Es wird am Donnerstag, den 7. September von 9.01 bis 17.00 Uhr gestreikt, und zwar die gesamte Belegschaft der Züge, sprich Schaffner und Lokführer.
Betroffen sind alle Züge des Regionalverkehrs der Linie vom Brenner bis Verona, von Bozen bis Meran, von Franzensfeste bis Innichen und von Trient nach Bassano. Ausgeschlossen sind alle Eurocity Züge von und nach München, Frecciargento von und nach Rom, die Regionalzüge der SAD und von Trentino Trasporti.

"Es ist für uns die einzige Möglichkeit, diese Verschlimmerung der Situation des Zugpersonals aufzuzeigen und somit ein Zeichen zu setzen, damit alle Institutionen und die Bahngesellschaft selbst, Maßnahmen einführt, die zum Schutz ihrer Arbeitnehmer sind. Lösungen gibt es, so wie man sie im Luftverkehr gefunden hat, so kann man sie auch hier im lokalen Transportverkehr finden. Man braucht nur zu Wollen", so der Südtiroler Gewerkschaftsbund. 

stol

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