<b>Von Claudia Nischler</b><BR /><BR />Die Generation Z, oder auch „Zoomer“ genannt, ist die Generation, die ungefähr zwischen 1995 und 2010 geboren ist. Sie ist damit die erste Generation, die im digitalen Zeitalter aufgewachsen ist. Die „Digital Natives“ nutzen die sozialen Medien wie selbstverständlich zur Kommunikation und als Informationsquelle. <h3> Ist Südtirol out?</h3>Immer häufiger stößt man bei der Gen Z auf die Einstellung, dass Südtirol nur mehr wenig bieten kann. Aufgrund weniger Studieneinrichtungen und spezialisierter Ausbildungsmöglichkeiten verlassen viele junge Menschen Südtirol und kommen häufig nicht mehr zurück. Sie sehen im Ausland attraktivere Möglichkeiten, mehr berufliche Perspektiven und Aufstiegschancen. Auch ein vielseitiges Outdoor–Freizeit-Programm, das Südtirol zweifelsfrei bietet, kann dieses Defizit nicht wettmachen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-73374466_quote" /><BR /><BR />Getrieben wird die Gen Z vor allem von Zukunftsängsten. Dazu gehören nicht nur der Klimawandel, die Umweltzerstörung und Kriege, sondern auch steigende Lebenshaltungskosten und unsichere Arbeitsmärkte. Allgemein herrscht ein starkes Bewusstsein dafür, dass es viele Berufe durch den technologischen Fortschritt bald nicht mehr geben wird. Und jene berufliche Möglichkeiten, die durch diese Fortschritte entstehen, scheinen ihre Zukunft ebenfalls in größeren Zentren zu haben. <BR /><BR />Vor allem in Voraussicht auf ihre Zukunft, steht die Gen Z außerdem unter einem großen Leistungsdruck, der vor allem von der Vergleichskultur, die in den Sozialen Medien vorherrscht, herrührt. <BR /><BR />Durch die digitalen Medien gewinnt die Gen Z eine globale Sichtweise. Sie hofft auf Technologie als Chance auf Fortschritt und hegt ein Bedürfnis nach neuen Erfahrungen und danach, die Welt zu entdecken.<h3> Einfach nur missverstanden?</h3>Die Generation Z markiert eine Zeit des Fortschritts und sozialen Wandels, wird dabei aber mit vielen Vorurteilen konfrontiert. So zum Beispiel die Behauptung „Gen Z ist überempfindlich!“. Die Auseinandersetzung mit mentaler Gesundheit und Diversität ist vielen, vor allem den älteren Generationen, noch fremd. Die Gen Z jedoch schafft Bewusstsein für Ungleichheit und soziale Ungerechtigkeit. Sie zeigt, dass Sensibilität keine Schwäche ist.<h3> „Gen Z ist faul und hat keinen Biss!“</h3>Derlei Vorurteile werden zunehmend durch digitale Medien verbreitet. Dies führt zu der Entwicklung eines undifferenzierten Bildes dieser Generation. <BR /><BR />Denn ja, manchen fehlt das Durchhaltevermögen, Frustrationsmomente auszuhalten. Ein darauffolgender Abbruch einer Tätigkeit kann dann wie fehlende Zielstrebigkeit wirken. Dabei arbeiten viele einfach nur anders. Sie erbringen Leistung, aber nicht mehr um jeden Preis. Die Gen Z lehnt vermehrt die „Hustle Culture“ (ständiges Arbeiten und minimale Erholung) ab. Energie wird dort investiert, wo es sich sinnvoll anfühlt. <BR /><BR /><embed id="dtext86-73374467_quote" /><BR /><BR />In der Generation Z zeigt sich ein starkes Verlangen nach Work-Life-Balance, also einem harmonischen Gleichgewicht zwischen Berufs- und Privatleben, sowie nach Remote Work (Fernarbeit). Zudem wünscht sie sich Unabhängigkeit und Arbeitgeber, die die Werte, die sie vertreten, auch tatsächlich leben.<BR /><BR />Sinnstiftende Tätigkeiten haben für die Gen Z einen hohen Stellenwert. Gemeint sind damit Jobs, die eine positive Auswirkung auf die Gesellschaft haben und so zum Beispiel zur Förderung von sozialem Zusammenhalt, Nachhaltigkeit oder Inklusion beitragen. <h3> „Gen Z ist handysüchtig!“</h3>Auch dies ein gängiger Standardspruch. Insbesondere wird der Generation Z ein falscher Umgang mit sozialen Medien vorgeworfen. Tatsächlich lässt sich beobachten, dass viele mit bestimmten Videos, die sie auf digitalen Plattformen sehen, nicht angemessen umgehen. Anstatt beispielsweise klassische Nachrichtendienste zu nutzen, verfolgen sie das Weltgeschehen, indem sie durch TikTok oder Instagram scrollen. Die konsumierten Inhalte werden dabei trotz des Bewusstseins für Fake News nur selten überprüft. <BR /><BR /><embed id="dtext86-73376106_quote" /><BR /><BR />Im Gegensatz dazu gibt es aber auch immer mehr junge Menschen, die verantwortungsbewusst mit den sozialen Medien umgehen und sich den Gefahren diesbezüglich nicht nur bewusst sind, sondern auch dementsprechend handeln. <BR /><BR />Es wird häufig vergessen, dass digitale Kompetenz eine Stärke ist, die immer wichtiger wird. Die Gen Z nutzt digitale Technologien intensiv. Ein nächster Schritt wäre die Entwicklung von Strategien, um diese einer produktiveren Nutzung zu unterziehen. Damit wird es die Generation Z vermehrt schaffen, Technologie sinnvoll einzusetzen, anstatt von ihr beherrscht zu werden. <h3> Zur Person</h3><div class="img-embed"><embed id="1272102_image" /></div> <BR />Claudia Nischler, geboren im Jahr 2009 in Meran, besucht das Realgymnasium Meran und absolviert derzeit ein Praktikum bei STOL.