Keinerlei Schuld trifft Mirko Kopfsguter, den Generaldirektor der Flughafengesellschaft ABD, am schweren Arbeitsunfall, bei dem am 19. April 2022 ein damals 28-jähriger Mitarbeiter einen Arm verloren hat. Kopfsguter wurde jetzt freigesprochen. Anders sieht es für einen Flughafenmitarbeiter aus, der für die Ausbildung des damals Verletzten verantwortlich gewesen sein soll: Er muss sich wegen schwerster Körperverletzung verantworten.<BR /><BR />Das Hauptverfahren beginnt bereits im Dezember vor Richter Stefan Tappeiner. Der damals Verletzte hat sich als Nebenkläger in das Strafverfahren eingelassen. Die Bozner Flughafengesellschaft hat ihm bereits Schadenersatz geleistet, seine Forderungen richten sich damit nur mehr gegen den knapp 50-Jährigen, der mit seiner Ausbildung betraut gewesen sein soll.<BR /><BR />Wie berichtet, gehörte zu den Aufgaben des 28-Jährigen, ankommende Flugzeuge einzuweisen und während der Parkphase zu begleiten. Als er bei einem Flugzeug des Typs Pilatus PC-12 die Bremsklötze anlegen wollte, dürfte sich der Mann zu früh genähert haben. Der sich noch drehende Propeller trennte ihm den linken Arm ab. Obwohl die Ärzte in der Uniklinik Innsbruck alles versuchten: Der Arm konnte nicht mehr gerettet werden. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein. <BR /><BR />Der Mitarbeiter hatte sich am Tag des Unfalls erstmals allein angeschickt, die Bremsklötze unter die Räder einer Propellermaschine zu schieben. Im Raum steht der Verdacht, dass er für diese Tätigkeit noch nicht ausreichend ausgebildet gewesen sei. Laut dem Bericht der Agentur für Flugsicherheit (ANSV), die den Unfall genau untersucht hatte, sei nicht auszuschließen, dass die begrenzte Erfahrung des Mitarbeiters beim Unfallhergang eine Rolle gespielt haben könnte.