Die Mission Artemis II „bestätigt Europas unverzichtbare Rolle bei der Rückkehr der Menschheit zum Mond“, betont Aschbacher im Gespräch.<BR /><BR />„Zum ersten Mal fliegen Astronauten und Astronautinnen an Bord von Orion“, erklärt der ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher. Diese historische Reise, die am 2. April um 0:35 Uhr unserer Zeit vom Kennedy Space Center am Cape Canaveral gestartet ist, läuft zwar unter der Federführung der amerikanischen NASA, aber in Zusammenarbeit mit der europäischen und der kanadischen Weltraumagentur. <BR /><BR />Der europäische Beitrag ist dabei ein ganz entscheidender: Im Herzen des Raumschiffs Orion befindet sich nämlich das Europäische Servicemodul ESM. „Es sorgt für die Lebenserhaltung, den Antrieb, die Wasserversorgung und die Temperaturregelung, die erforderlich sind, um die Besatzung in den extremen Bedingungen des Weltraums zu schützen und sicher nach Hause zu bringen“, erklärt Generaldirektor Aschbacher. Das heißt: „Die ESA ermöglicht diese Mission nicht nur, sie treibt sie an.“<BR /><BR />Die vier ESM-Solarflügel, die sich jeweils über sieben Meter erstrecken, versorgen die Kapsel mit Strom, während die bordeigenen Systeme die Besatzung mit Luft, Wasser und einer angenehmen Temperatur versorgen. Dreiunddreißig Triebwerke, darunter ein leistungsstarkes, umgerüstetes Space-Shuttle-Triebwerk, navigieren Orion durch den erdfernen Weltraum. <BR /><BR /><BR /><BR />Darauf ist man bei der ESA mit Recht stolz: „Artemis II baut auf dem Erfolg von Artemis I auf und bestätigt Europas unverzichtbare Rolle bei der Rückkehr der Menschheit zum Mond und bei künftigen Erkundungen darüber hinaus“, betont Aschbacher. Das ESM „ist das Ergebnis einer koordinierten Zusammenarbeit von 13 ESA-Mitgliedstaaten sowie den Vereinigten Staaten, wobei 20 Hauptauftragnehmer und über 100 europäische Zulieferer unter der Projektleitung der ESA zusammenarbeiteten. Wir haben unsere Zuverlässigkeit bereits während der 2,2 Millionen Kilometer langen Reise von Artemis I im November 2022 unter Beweis gestellt, bei der das Europäische Servicemodul einwandfrei funktionierte, die Erwartungen übertraf und mehr Leistung lieferte als erwartet“, unterstreicht Aschbacher. Gemeinsam mit der NASA und anderen internationalen Partnern „zeigen wir, dass Kooperation nach wie vor unser stärkstes Instrument für die Zukunft ist.“<BR /><BR />Die europäische Hardware kam dabei bereits wenige Minuten nach dem Start zum Einsatz. Rund 20 Minuten nach dem Abheben entfalteten sich die europäisch gefertigten Solarflügel von Orion und begannen, die Kapsel mit Strom zu versorgen. Den ersten Tag der Mondmission verbrachte die Besatzung damit, die Systeme von Orion zu testen und die manuelle Steuerung der Raumkapsel zu übernehmen. <BR />Mit den 24 Reaction-Control-System-Düsen des Europäischen Servicemoduls übten sie Manöver ein, die für künftige Andockoperationen erforderlich sind. Am zweiten Missionstag zündete das Haupttriebwerk des ESM für den entscheidenden Trans-Lunar-Injection-Burn und schickte Orion samt Besatzung auf seine viertägige Reise zum Mond. Während der gesamten Hin- und Rückreise wird das Modul eine wichtige Rolle spielen: Es feuert seine kleineren Triebwerke, um die Flugbahn von Orion bei Bedarf zu korrigieren und sicherzustellen, dass die Kapsel sicher zur Erde zurückkehrt. <BR />Beim Anflug auf die Erde wird sich das ESM von der Besatzungskapsel trennen und rückstandslos in der Erdatmosphäre verglühen, nachdem es seine Aufgabe erfüllt hat. Europäische Ingenieure begleiten die Mission rund um die Uhr – vom Europäischen Weltraumforschungs- und Technologiezentrum (ESTEC) der ESA in den Niederlanden.<BR /><BR /><b>Zur Person:</b><?O_Fett><?_O_Fett><BR /><BR />Josef Aschbacher stammt aus Ellmau in Nordtirol. Seine Vorfahren sind Südtiroler. Seine Großeltern übersiedelten während des Zweiten Weltkrieges von Lappach nach Nordtirol. Nach einem Meteorologie- und Geophysikstudium an der Universität Innsbruck startete er seine Karriere 1989 bei der ESA, zunächst beim European Space Research Institute in Frascati bei Rom. Seit 1. März 2021 ist Aschbacher Generaldirektor der ESA.