Forstinspektorats-Direktor Georg Pircher begrüßte alle Anwesenden zur zweitägigen Tagung „Wald im Wandel“ im Schlanderser Kulturhaus. Diese wurde anlässlich „30 Jahre Umstrukturierung der Schwarzföhrenwälder“ organisiert.<BR /><BR />Chronist Raimund Rechenmacher und Hanspeter Staffler, Geschäftsführer des Dachverbandes für Natur- und Umweltschutz, berichteten über den Vinschger Sonnenberg. Wo früher kahle Landschaften waren, stehen heute Bäume. Sie bieten den Menschen Schutz und sind ebenfalls für das Klima wichtig. Ein waldfreier Sonnenberg bedeutete auch Muren, die bis zu den Dörfern reichten, weshalb sich die Menschen im 18. Jahrhundert mit Mauern und Gräben zu schützen versucht hatten. Damals wurde auch damit begonnen, aufzuforsten.<BR /><BR />Die Menschen hatten erkannt, dass der Wald vor Muren und Überflutungen schützen kann. Auch behördliche Verbote zur Abholzung wurden zum Schutz der Vegetation erstellt. Bis ca 1800, der Zeit der industriellen Revolution, war Holz als Rohstoff sehr wichtig und der Bedarf an Holz groß, da auch die Bevölkerung angewachsen war. Doch mit der Verwendung der Steinkohle konnte diese das Holz ein Stück weit ersetzen. <BR /><BR />In den Jahrhunderten darauf wurde dann mehrfach aufgeforstet: Im 20. Jahrhundert ist dabei besonders das große Aufforstungsprojekt von 1951 bis 1965 zu nennen. Dabei wurden rund 1700 Hektar aufgeforstet, davon rund die Hälfte mit Schwarzföhren. <BR /><BR />„Die vielen Schwarzföhren sind jedoch nicht heimisch“, erklärte Amtsdirektor Georg Pircher. Das war aber nicht das einzige Problem mit den Schwarzföhren. Pircher erläuterte, dass von 1986 bis 2005 das „Sonderprogramm Aufforstung Vinschgau“ umgesetzt wurde, das unter anderem die Betreuung der bestehenden Aufforstungsflächen oder Hangsicherungsmaßnahmen vorsah. <BR /><BR />Im Zuge dessen wurden die Schwarzföhrenwälder als Hauptproblem im Vinschgau erkannt. Sie bieten zwar Schutz, erhöhen aber die Waldbrandgefahr, schränken die Biodiversität ein und sie sind anfällig für Prozessionsspinner. <BR /><BR />Damit begann das Projekt „Umstrukturierung der Schwarzföhrenwälder“, welches seit 30 Jahren durchgeführt wird. Biozellen, mehr Artenvielfalt bzw. Mischwald, Umzäunungen, Laubholzinseln, die natürliche Verjüngung des Waldes und Maßnahmen gegen Prozessionsspinner zeigen mittlerweile auch durchaus Ergebnisse. <BR /><BR />Mehr Wald bedeutet dabei auch mehr Wild, das Schäden anrichten kann, weshalb Amtsdirektor Pircher auch weiterhin auf die Unterstützung der Jäger hoffte. Pircher wünschte sich, dass zukünftig mehr junge Leute in den Wald finden und ihn schätzen – und zwar in einen Wald, der biodivers und mit genügend Laubbäumen durchzogen ist. <BR /><BR />Landesrat Luis Walcher, Günther Unterthiner, Direktor der Abteilung Forstdienst, und Roselinde Gunsch, Präsidentin der Bezirksgemeinschaft Vinschgau, hoben die vorausschauenden Maßnahmen des Forstdienstes hervor. Unterthiner wies auf die Herausforderungen für den Wald mit unter anderem Schneedruck, Borkenkäfer und Waldbränden hin. Gunsch merkte an, dass das Bewusstsein der Bevölkerung gegenüber dem Wald gestiegen sei. <BR /><BR />Eine ganze Reihe von Experten informierte die Anwesenden über Themen rund um den Wald, darunter Universitätsprofessoren und Forscher.