<BR />Arthrose kann grundsätzlich in jedem Gelenk entstehen. Dabei handelt es sich um eine fortschreitende Abnutzung des Gelenkes. Zunächst verschleißt der Knorpel an den Gelenken. Dieser ist gewissermaßen eine Schutzschicht an den Knochenenden, der verhindert, dass die Knochen aneinander reiben. Außerdem ist er eine Art Stoßdämpfer, der die Belastungen abfedert und gleichmäßig auf das Gelenk verteilt. Bei Arthrose wird zunächst der Knorpel geschädigt, in weiterer Folge aber auch Knochen, Bänder und Gelenkkapsel.<h3> Primäre und sekundäre Arthrose</h3>Bei Arthrose handelt es sich um eine degenerative, also fortschreitende Erkrankung, die besonders häufig an Gelenken auftritt, die stark belastet sind. „Am häufigsten sind Fingergelenke, Daumensattelgelenke, aber auch Knie- und Hüftgelenke und die Zwischenwirbelgelenke betroffen“, erklärt Dr. David Espen, der in Bozen unter anderem in der Marienklinik tätige Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.<BR /><BR /><embed id="dtext86-66327196_quote" /><BR /><BR />Arthrose ist keineswegs nur eine Krankheit, die ältere Menschen betrifft. „Man unterscheidet die primäre von der sekundären Arthrose“, sagt Dr. Espen und liefert die Erklärung: Bei der primären Arthrose ist kein auslösendes Ereignis als Ursache erkennbar. Sie wird durch das Alter, familiäre Vorbelastung, Gelenkfehlstellungen oder Übergewicht begünstigt. „Die primäre, also nicht verletzungsbedingte Arthrose wird nicht von der Tätigkeit verursacht; sehr wohl kann aber eine bestimmte Tätigkeit die Beschwerden früher zum Vorschein kommen lassen“, sagt Dr. Espen. <BR />Die sekundäre Arthrose ist die Folge einer Verletzung, zum Beispiel eines Knochenbruches mit Gelenkbeteiligung und kann deshalb auch jüngere Menschen betreffen. <h3> Schmerzen in der Nähe des Gelenks</h3>An der Hand sind besonders häufig das Daumensattelgelenk (Rhizarthrose), das die Handwurzel mit dem Daumen verbindet, sowie die Fingergelenke (Heberden-Arthrose) betroffen. „Hinweise auf eine Arthrose geben belastungs- und tätigkeitsabhängige Schmerzen in der nächsten Umgebung des Gelenkes“, erklärt Dr. David Espen. „Bei der Arthrose am Daumensattelgelenk ist zu beobachten, dass die Schmerzen auch bei einfachen Tätigkeiten, zum Beispiel beim Umdrehen des Schlüssels im Türschloss, auftreten.“<BR />Arthrose ist ein fortschreitender Prozess, der aber verlangsamt oder gestoppt werden kann – „durch konservative Maßnahmen, die die Beschwerden eine kurze oder längere Zeit lang lindern, und durch operative Maßnahmen, die den Abnutzungsprozess stoppen, weil das Gelenk umgestaltet oder ersetzt wird“, erklärt der Facharzt. Für einen Gelenkersatz ist nicht das Ausmaß der Arthrose entscheidend, sondern vor allem die Beeinträchtigung der Lebensqualität durch Schmerzen und Funktionseinschränkungen. „Wir operieren Patienten und nicht Röntgenbilder“, sagt Dr. Espen.<BR /><h3> Wie man Arthrose behandeln kann</h3>Arthrose kann nicht-operativ und chirurgisch behandelt werden, wie Dr. David Espen erklärt.<BR /><BR /><b>Konservative Behandlung</b><BR />Statische Schienen stellen das betroffene Gelenk ruhig. Funktionelle Schienen erlauben eine Funktion der Hand. Durch die Verbesserung der Gelenkshaltung wird eine Schmerzlinderung und Verbesserung der Funktion erzielt.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1067346_image" /></div> <BR /><b>Operative Behandlung</b><BR /><BR /><Fett>Biologische Arthroplastik am Daumensattelgelenk:</Fett><BR /> Der Handwurzelknochen (Os trapezium), der die Schmerzen verursacht, wird entfernt. Der dadurch entstehende Hohlraum wird mit einer am Handgelenk mehrfach vorhandenen Sehne aufgefüllt („Platzhalter“), wobei die Daumenhaltung neu eingestellt wird. Nach dreiwöchiger Ruhezeit kann mit der Physiotherapie begonnen werden; in der Regel wird eine schmerzfreie Funktion wiedererlangt.<BR /><BR /><BR /><b>Gelenkersatz:</b><BR />Die moderne Handchirurgie sieht einen kompletten Gelenkersatz vor, was zu durchaus guten Resultaten sowohl was Schmerzlinderung als auch Wiedererlangung der Funktion anbelangt, führt.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1067349_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><b>Arthrodese, Gelenkfusion, „Versteifung“:</b><BR />Mittels eigener Implantate, die vom Patienten kaum bemerkt werden (zum Beispiel sogenannte „kopflose Schrauben“) kann man von der Arthrose betroffene Gelenke in einer für die Funktion des jeweiligen Fingers idealen Stellung fixieren. Dies bringt Schmerzfreiheit und, je nach Bereich, weiterhin uneingeschränkte oder leicht eingeschränkte Funktion mit sich.