Donnerstag, 03. September 2015

Arzt, Priester, Politiker: Wem vertrauen die Südtiroler?

Einmal verloren, ist Vertrauen nur wieder schwer wiederzugewinnen. Diese Erfahrung müssen auch einige Berufsgruppen hierzulande machen. Welchen Personen und Institutionen die Südtiroler vertrauen – und welchen gar nicht.

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Foto: © shutterstock

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Getreu diesem Sprichwort gehen die Südtiroler mit dem wertvollen Gut „Vertrauen“ vorsichtig um. Vertrauen will verdient sein, blindes Vertrauen in Menschen und Institutionen lässt hierzulande kaum jemand mehr aufkommen. Dies geht aus einer aktuellen Studie des Landesinstitutes für Statistik Astat hervor.

Je näher, desto vertrauter

Was die Institutionen anbelangt, so ist der Vertrauen der Südtiroler generell eher gering. Wobei allerdings klare Unterschiede zwischen den einzelnen Körperschaften zu machen sind: Verhältnismäßig gut weg kommt die eigene Gemeinde. Über 73 Prozent aller gültigen Antworten, die im Rahmen der Astat-Studie abgegeben worden sind, waren positiv. Das heißt: Ein Großteil der Südtiroler ist der Meinung, die Gemeinde sei eine vertrauensvolle Institution.

Ähnlich gut schneidet das Land ab. 71 Prozent der gültigen Antworten waren positiv. Die Mehrheit der Befragten hatte „großes“ oder „ziemliches“ Vertrauen in die Provinz bekundet.

Weniger erfreulich sind die Ergebnisse der Astat-Studie für die Region. Nur knapp 54 Prozent der gültigen Antworten waren positiv. „In diesem Fall ist jedoch der Anteil der ‚Weiß nicht‘-Stimmen ziemlich hoch“, wissen die Statistik-Experten. 

 

 

Am schlimmsten erging es dem Staat und der Europäischen Union. Die Mehrheit der Befragten gab negative Antworten. Die EU kam bei den positiven Antworten auf lediglich 43 Prozent. Was den Staat anbelangt, beliefen sich die positiven Antworten gar auf mickrige 16 Prozent. Sprich: Nur jeder sechste Südtiroler stellte Italien eine positive Vertrauensnote aus.

Interessant dabei: Jene Sprachgruppe, die mit den öffentlichen Körperschaften besonders harsch ins Gericht geht, sind die deutschsprachigen Südtiroler. „Unter den Deutschsprachigen ist der Anteil der Personen, welche den Institutionen wenig Vertrauen entgegenbringen sehr viel höher als in den anderen Sprachgruppen“, wissen die Experten des Astat.

Ärzte genießen vollstes Vertrauen, Politiker als Schlusslichter

Doch nicht nur die öffentlichen Institutionen müssen sich über das mangelnde Vertrauen der Südtiroler Gedanken machen. Auch ganze Berufsgruppen haben ein Problem mit dem Ansehen in der Bevölkerung.

Die Ärzte zählen nicht zu dieser Kategorie: Über 88 Prozent der gültigen Antworten waren positiv. Das heißt: Die große Zahl der Südtiroler vertraut den Doktoren. Auch Wissenschaftler und Lehrkräfte kommen, mit über 80 Prozent an positiven Antworten, gut weg.

Schlecht ist es hingegen um das Ansehen der Journalisten und Politiker bestellt. Die Journalisten kommen auf knappe 36 Prozent positive Rückmeldungen, ähnlich ergeht es den Südtiroler Politikern mit 35,6 Prozent. Das Schlusslicht der Vertrauensskala bilden die italienischen Politiker – mit mickrigen 7,4 Prozent.

 

stol

stol