Mehrere hundert Flüge wurden gestrichen, vor allem in Schottland und Nordengland. Die Aschewolke zieht nun aber weiter südlich, auch Richtung deutsche Küste. Die Folgen für Flugreisende waren zunächst unklar: Ein Chaos wie im Frühjahr 2010 soll es allerdings nicht geben.Im Laufe des Tages erreichte die Aschewolke auch Dänemark und Norwegen. Laut dänischer Flugsicherheitsbehörde Naviair wurde ein kleiner Teil des dänischen Luftraums vorübergehend geschlossen, es seien jedoch lediglich zwei Flüge nach Schottland und nach Grönland ausgefallen. Der norwegische Flughafenbetreiber Avinor meldete Asche in der Luft über zwei Flughäfen im Südwesten des Landes, was aber nur „sehr begrenzt“ den Verkehr gestört habe.Bis zum Abend dürfte die Wolke weiter nach Norddeutschland ziehen. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) sollte die Asche-Konzentration an der Nordseeküste vermutlich Werte zwischen 0,2 und 2,0 Milligramm je Kubikmeter Luft erreichen. Bei der zu erwartenden Partikel-Konzentrationen seien Flüge nur unter besonderer Aufsicht möglich, teilte der DWD mit. Die Lufthansa strich nach eigenen Angaben „aufgrund der außerordentlichen Umstände“ bereits zwei Flüge nach Edinburgh.Laut Eurocontrol sollte die Aschewolke im Laufe der Woche möglicherweise auch Frankreich und später Spanien erreichen. Die Vorhersage sei aber noch nicht präzise, hieß es. Dem isländischen Wetterdienst zufolge ging die Vulkanaktivität bereits zurück. Die Wetterverhältnisse machten es schwierig, die Größe und Höhe der Wolke genau einzuschätzen, sagten Meteorologen des Landes. Aber Radaranzeigen machten deutlich, dass die Aschewolke nicht mehr so hoch wie kurz nach dem Ausbruch des Grimsvötn am Samstag sei. Experten gingen von fünf bis sieben Kilometern aus. Laut Eurocontrol gibt es an einem normalen Werktag bis zu 29.000 Flüge in Europa. Im Laufe des Dienstags dürften rund 500 Flüge abgesagt werden, prognostizierte Eurocontrol in Brüssel.Mehrere Fluggesellschaften – darunter KLM, British Airways, Ryanair, Easyjet, der Lufthansa-Partner BMI, Loganair, Eastern Airways und Aer Lingus – strichen Dienstag früh Flüge von und nach Schottland. 400 Menschen mussten über Nacht am Flughafen Edinburgh ausharren. Die Lufthansa musste zum Mittag nur zwei Flüge absagen. Bei Air Berlin gab es geringe Verspätungen.Der Grimsvötn war am Samstag ausgebrochen. Der Vulkan schleuderte seine Asche teilweise mehr als 20 Kilometer hoch in die Luft. Er liegt unter dem größten Gletscher Islands, dem Vatnajökull. apa/dpa/afp