Montag, 07. Dezember 2015

ASGB zum SAD-Streik: "Wir wurden über den Tisch gezogen"

Noch Ende November hatte es so zuversichtlich von Seiten des ASGB geklungen, gar die Beteiligung am Streik am 30. November hatte man abgesagt. Doch all der Optimismus scheint nun passé. "Der Ausgang des ersten Treffens war so negativ", sagt Fachsekretär Richard Goller, dass die SAD-Dienste am 14. Dezember wieder bestreikt werden.

ASGB-Fachsekretär Richard Goller erklärt, warum die SAD-Dienste am 14. Dezember wieder bestreikt werden.
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ASGB-Fachsekretär Richard Goller erklärt, warum die SAD-Dienste am 14. Dezember wieder bestreikt werden.

Am 29. September hatten die Gewerkschaften zum ersten Mal zum Streik aufgerufen, seither legen die SAD-Bediensteten in regelmäßigen Abständen die Arbeit nieder - so auch wieder am 14. Dezember (STOL sagt Ihnen, welche Dienst dennoch gewährleistet sind). 

Erstes Treffen endet überaus negativ

Überraschend ist dabei, dass sich die Gewerkschaft für Transport und Verkehr im ASGB wieder am Streik beteiligt. Hatte man die Beteiligung am letzten 24-Stunden-Streik am 30. November doch abgesagt, weil man zuversichtlich auf die vereinbarten fünf Treffen mit der SAD-Firmenspitze geblickt hat. 

Doch bereits auf die erste Zusammenkunft folgt die Ernüchterung: "Man hat uns über den Tisch gezogen. Der Ausgang war überaus negativ", sagt ASGB-Fachsekretär Richard Goller auf Nachfrage von STOL. Daber auch der neuerliche Ausruf eines Streiks. 

"Diesmal müssen wir etwas erreichen"

"Es wird Zeit, dass die Sozialpartner anerkannt werden, dass sich die Firma bewegt", sagt Goller.

Man werde am Streik vom 14. Dezember festhalten, wenn es diesmal nicht ein richtiges Entgegenkommen gebe. "Wir werden die Firma am Mittwoch diesbezüglich kontaktieren und sagen den Streik nur ab, wenn wir wirklich etwas erreicht haben", gibt sich Goller kämpferisch. 

"Fronten sind enorm verhärtet"

Das erste Treffen am 1. Dezember hatte ohne Beteiligung von Landesrat Florian Mussner stattgefunden, auf dessen Intervention es überhaupt dazu kam, dass sich die verstrittenen Parteien wieder an einen gemeinsamen Tisch setzen. "Doch die Fronten sind enorm verhärtet - nicht uns Gewerkschaften gegenüber, sondern gegenüber den Arbeitnehmern", begründet Goller den Groll. 

"Bedienstete werden nach Strich und Faden bestraft"

So würde es aufgrund von Kleinigkeiten immer wieder zu Disziplinarstrafen gegenüber Bediensteten kommen, beanstandet er und spricht nicht nur dementsprechend von einer schlechten Stimmung. Die Arbeiter würden nach Strich und Faden bestraft. 

"Die Leute wollen einfach nicht mehr und legen die Arbeit nieder", so der Fachgewerkschafter. 

Was der erneute Streik für die Verhandlungen bedeute: "Wir hoffen weiter, uns bleibt ja auch nichts anderes übrig. Was die Firma tut, kann ich nicht sagen", sagt Goller. 

stol/ker

stol