Freitag, 31. Juli 2020

ASTAT: 7 von 10 Oberschulabgängern studieren in Italien und Österreich

In Südtirol gilt eine zehnjährige Schulpflicht, ergänzt durch eine Ausbildungspflicht bis zum 18. Lebensjahr. Fast 60 Prozent der Südtiroler Jugendlichen schließen eine Oberschule ab und erfüllen somit die Grundvoraussetzungen für die Zulassung zum Studium an einer Hochschule. Rund 7 von 10 Oberschulabgängern der vergangenen 5 Jahre haben sich für ein Weiterstudium in Italien oder Österreich entschieden. Dies zeigt eine ASTAT-Studie.

7 von 10 Oberschulabgängern studieren anschließend in Italien oder Österreich.
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7 von 10 Oberschulabgängern studieren anschließend in Italien oder Österreich. - Foto: © LPA
Im Studienjahr 2018/19 sind insgesamt 12.841 Südtiroler an einer italienischen bzw. österreichischen Universität eingeschrieben, 443 mehr als im vorhergehenden Studienjahr. 5870 in Südtirol ansässige Hochschüler (45,7 Prozent) studieren an einer Universität im Inland, 6971 (54,3 Prozent) an einer Hochschule in Österreich.

Während die Zahl der in Italien studierenden Südtiroler seit Jahren stagniert und die Ersteinschreibungen an den italienischen Hochschulen tendenziell zurückgehen, legen die an den österreichischen Universitäten Eingeschriebenen im vergangenen Jahrzehnt zahlenmäßig stetig zu.

Insgesamt sind 1920 Südtiroler Studierende im Studienjahr 2018/19 erstimmatrikuliert, davon besuchen 952 (49,6 Prozent) eine italienische und 968 (50,4 Prozent) eine österreichische Universität. Die Zahl der Südtiroler Studienanfänger ist im Vergleich zum Vorjahr um 101
Einheiten gestiegen (+5,6 Prozent).


Universitäten in Italien: 60,7 Prozent studieren in Trentino-Südtirol

Im Studienjahr 2018/19 nimmt die Zahl der in Italien studierenden Südtiroler uim Vergleich zum Vorjahr wieder etwas zu: Insgesamt sind
5870 junge Menschen aus Südtirol an italienischen Universitäten eingeschrieben, 182 mehr als im Studienjahr 2017/18 (+3,2 Prozent). Die Datenanalyse nach Geschlecht ergibt, dass 2271 männliche und 3599 weibliche Südtiroler Hochschüler an italienischen Universitäten studieren.

Im Vergleich zu vor 10 Jahren ist die Anzahl der Südtiroler Studierenden an italienischen Universitäten jedoch um 5 Prozent gesunken und zwar von 6.76 im Studienjahr 2008/2009 auf 5870 im Berichtsjahr.

An Hochschulen in Italien Studierende aus Südtirol bevorzugen eine Universität in der Nähe ihres Wohnortes: Im Studienjahr 2018/19 studieren 2723 Südtiroler im Lande. Das entspricht einem Anteil von 46,4 Prozent aller Südtiroler Studenten, die an Universitäten in Italien eingeschrieben sind. 34,0 Prozent besuchen die Freie Universität Bozen, 7,6 Prozent die Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe „Claudiana“ und 4,7 Prozent die Philosophisch-Theologische Hochschule in Brixen.

Berücksichtigt man auch die 14,3 Prozent, die in Trient studieren, haben 60,7 Prozent aller Südtiroler Studierenden, die an italienischen Universitäten eingeschrieben sind, eine Hochschule in der Region Trentino-Südtirol ausgewählt.

Die von den Südtiroler Hochschülern bevorzugten italienischen Studienorte außerhalb der Provinzen Bozen und Trient sind Verona (6,1 Prozent), Bologna (4,7 Prozent), Mailand (4,4 Prozent) und Padua (3,8 Prozent). Die restlichen 20,3 Prozent der Südtiroler Hochschüler studieren an anderen italienischen Universitäten.

An italienischen Universitäten Eingeschriebene nach Studienbereich

Die meistgewählten Studiengänge der an italienischen Universitäten eingeschriebenen Südtiroler Studierenden fallen in die Bereiche Bildungswissenschaften (18,4 Prozent), Wirtschaft und Statistik (14,9 Prozent), Gesundheitswesen und Pharmakologie (14,2 Prozent) sowie Politik-, Sozial- und Kommunikationswissenschaften (7,6 Prozent).

Dabei sind jedoch folgende geschlechtsspezifische Präferenzen zu beobachten: Mehr als ein Viertel (26,8 Prozent) der in Südtirol ansässigen Hochschülerinnen, die in Italien studieren, haben sich für den Fachbereich der Pädagogik entschieden, weitere 17,4 Prozent für einen Studiengang im Bereich Gesundheitswesen und Pharmakologie. Die männlichen Studenten bevorzugen hingegen die Fachrichtungen Wirtschaft/Statistik
(18,7 Prozent) und Ingenieurwesen/Informationswissenschaften (13,7 Prozent).

Im Kalenderjahr 2018 haben 1129 in Südtirol ansässige Hochschüler, und zwar 701 Frauen und 428 Männer, ihr Studium an einer italienischen Universität abgeschlossen, etwas weniger als im Vorjahr (-1,4 Prozent).

42,8 Prozent der Südtiroler Hochschulabsolventen, die an italienischen Universitäten eingeschrieben waren, erlangten ihren Studientitel in Bozen, und zwar 32,8 Prozent an der Freien Universität Bozen und 10 Prozent an der Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe „Claudiana“. Berücksichtigt man auch die Absolventen der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Brixen (1,1 Prozent) und die Absolventen der Universität Trient (16,7 Prozent), so haben 60,5 Prozent der in Italien studierenden Südtiroler ihr Studium in der Region absolviert. Die restlichen Jungakademiker haben ihr Studium in Verona (7,6 Prozent), Bologna (6,4 Prozent), Mailand (5,8 Prozent), Padua
(4,6 Prozent) und an anderen italienischen Universitäten
(15,1 Prozent) abgeschlossen.

Im Jahr 2018 haben die meisten der in Italien studierenden Südtiroler ihren akademischen Titel in den Fachbereichen Gesundheitswesen und Pharmakologie sowie Wirtschaft und Statistik erlangt (18,4 Prozent bzw. 17,3 Prozent).

Universitäten in Österreich: 35 Prozent mehr Südtiroler Studentenin den letzten 10 Jahren

Im Vergleich zum Vorjahr hat die Zahl der in Österreich studierenden Südtiroler im Studienjahr 2018/19 um 3,9 Prozent zugenommen. Betrachtet man den vergangenen Zehnjahreszeitraum, ist ein Anstieg von 34,9 Prozent festzustellen: Während im Studienjahr 2008/09 5167 Studierende aus Südtirol an österreichischen Universitäten eingeschrieben waren, beläuft sich ihre Zahl im letzten Berichtsjahr auf 6971.

Unter den österreichischen Universitätsstädten fällt die erste Wahl der Südtiroler Hochschüler, sicherlich dank der geringen Entfernung, nach wie vor auf Innsbruck. In der Tiroler Landeshauptstadt sind 57,2 Prozent der in Österreich studierenden Südtiroler eingeschrieben; es folgen Wien (30,5 Prozent) und mit beträchtlichem Abstand Graz (8,6 Prozent) und Salzburg (2,1 Prozent). Die restlichen 1,6 Prozent entfallen auf Linz, Klagenfurt und Leoben.

Beliebteste Studienrichtungen der in Österreich studierenden Südtiroler: Geisteswissenschaften

Die ersten 5 der beliebtesten Studienbereiche der in Österreich studierenden Südtiroler erfreuen sich eines ähnlich starken Zulaufs: Im Studienjahr 2018/19 belegen 1197 (15,3 Prozent) Südtiroler Hochschüler an österreichischen Universitäten Studiengänge im Bereich der Geisteswissenschaften und Künste. 1154 (14,7 Prozent) studieren hingegen Pädagogik, während 1137 (14,5 Prozent) den Fachbereich Sozialwissenschaften, Journalismus und Informationswesen
und 1 110 (14,1 Prozent) Naturwissenschaften, Mathematik
und Statistik gewählt haben. Fast genauso gefragt ist
ein Studium des Ingenieurwesens (13 Prozent).

Die Frauen bevorzugen ein Studium der Pädagogik oder der Geisteswissenschaften und Künste (20,7 Prozent bzw. 19,7 Prozent). Die Männer wählen vor allem Ingenieurwesen, verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe (20,6 Prozent), gefolgt von Naturwissenschaften, Mathematik und Statistik (16,1 Prozent).

Zudem gibt es noch 453 Südtiroler, die in Österreich an Privatuniversitäten (164), Fachhochschulen (86) und an Pädagogischen Hochschulen (203) studieren.

Im Studienjahr 2017/18 haben 1096 Studenten aus Südtirol, und zwar 498 Männer und 598 Frauen, ihr Studium in Österreich abgeschlossen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Absolventen nur leicht
angestiegen (+1,1 Prozent).

3 von 5 Hochschulabsolventen aus Südtirol, die in Österreich studierten, erlangten ihren Studientitel an der Universität Innsbruck (59,1 Prozent). Mit einigem Abstand folgt Wien (30,5 Prozent); der Anteil der restlichen
Studienorte beträgt insgesamt 10,4 Prozent.

Der Großteil der Südtiroler Jungakademiker, die im Studienjahr 2017/18 in Österreich eine Hochschule abschlossen, erlangten ihren Titel in den Studienrichtungen Sozialwissenschaften, Journalismus und Informationswesen (17,2 Prozent) und Pädagogik (14,7 Prozent). Jeweils etwa 13 Prozent entfallen auf die Bereiche „Naturwissenschaften, Mathematik und Statistik“, „Ingenieurwesen, verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe“ sowie „Wirtschaft, Verwaltung und Recht“.

Höhere Universitätsbesuchsquoten unter den Frauen


Die Ergebnisse der Erhebung der Studierenden aus Südtirol an den italienischen und österreichischen Universitäten und ihr Vergleich umfassen lediglich die absoluten Werte des Untersuchungsgegenstandes. Eine Analyse anhand einiger Indikatoren ist jedoch angebracht, um das relative Ausmaß des Phänomens zu erfassen und somit raum- und zeitübergreifende Vergleiche anzustellen.


Die Eintrittsquote in die Universität zeigt, dass sich 56,5 Prozent der Südtiroler Oberschulabsolventen des vorhergehenden Schuljahres für ein Weiterstudium an einer Universität in Italien oder Österreich entschieden und sich im Berichtsjahr 2018/19 erstmals immatrikuliert haben. Könnten auch jene Südtiroler Hochschüler erfasst werden, die in anderen Ländern studieren, würden sowohl die Übertrittsquote als auch die anderen damit zusammenhängenden Indikatoren um einiges höher ausfallen.


Es haben mehr männliche als weibliche Maturanten beschlossen, ihre Bildungslaufbahn an der Universität fortzusetzen. In der Tat haben sich 57,2 je 100 Oberschulabsolventen des Vorjahres an einer Universität
eingeschrieben, bei ihren Kolleginnen waren es 55,9 je 100. 27 Prozent der weiblichen und 30,3 Prozent der männlichen Oberschulabgänger haben sich an einer österreichischen Universität immatrikuliert. Was den Eintritt in die italienischen Universitäten angeht, weisen die jungen Frauen höhere Werte auf als die Männer (28,9 Prozent gegenüber 26,9 Prozent).

Die Universitätsbesuchsquote zeigt, dass im Studienjahr 2018/19 auf 100 in Südtirol ansässige Jugendliche, die zum 31. Dezember 2018 der Altersklasse der 19- bis 25-Jährigen angehören, 30,2 an einer inländischen oder österreichischen Hochschule eingeschrieben sind. Die Universitätsbesuchsquote der Frauen liegt dabei mit 34,8 Prozent deutlich über jener der Männer (25,9 Prozent). Die geschlechtsspezifischen Unterschiede treten bei den an italienischen Universitäten eingeschriebenen Südtiroler Studenten stärker zutage als bei den in Österreich Studierenden.

Insgesamt sind knapp 3 Viertel der Oberschulabgänger der vorhergehenden 5 Schuljahre an einerUniversität im Inland (33,9 Prozent) bzw. in Österreich (40,3 Prozent) eingeschrieben. 63 je 100 Oberschulabsolventen des Schuljahrs 2013/14 konnten im Fünfjahreszeitraum ihr Studium abschließen.

pho

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