Dienstag, 13. September 2016

Astat: Südtirols Bevölkerung wächst kontinuierlich

Während die Wanderungsbilanz seit mehr als 20 Jahren positive Werte verzeichnet, stagnieren die Geburten- und Sterberaten in Südtirol. Trotz allem hat Südtirol italienweit mit 1,69 Kindern pro Frau die höchste Gesamtfruchtbarkeitsziffer. Auch die Langlebigkeit ist in Südtirol am höchsten. Das ist den demografischen Daten von 2015 zu entnehmen, die das Landesinstitut für Statistik (Astat) zur Verfügung stellt.

Die Grundlage der Daten bilden die amtliche Bevölkerungsstatistik und die Melderegisterdaten aller 116 Gemeinden zum 31. Dezember 2015.
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Die Grundlage der Daten bilden die amtliche Bevölkerungsstatistik und die Melderegisterdaten aller 116 Gemeinden zum 31. Dezember 2015. - Foto: © shutterstock

Während der Bevölkerungszuwachs in fast allen Bezirksgemeinschaften sowohl vom natürlichen Wachstum, als auch vom Wanderungssaldo bestimmt wird, weist die Landeshauptstadt ein Geburtendefizit auf: Bozen verzeichnet seit jeher landesweit die geringsten Geburten- und die höchsten Sterberaten, was in erster Linie auf die fortschreitende Alterung der Stadtbevölkerung zurückzuführen ist.

Der Vinschgau ist die einzige Bezirksgemeinschaft mit einem negativen Wanderungssaldo, das heißt dass weniger Menschen zuwandern als abwandern. Die Bezirksgemeinschaft Eisacktal ist mit 11,9 Lebendgeborenen je 1.000 Einwohner der Rekordhalter mit den meisten Geburten.

Außerehelich geborene Kinder stark gestiegen

Auffallend ist die Entwicklung des Anteils der außerehelich geborenen Kinder in den letzten Jahren: Hatten 1965 lediglich rund 5 Prozent der Kinder Eltern, die zum Zeitpunkt der Geburt nicht verheiratet waren, ist ihre Quote im Jahr 2015 auf 47,2 Prozent gestiegen und hat sich damit verneunfacht.

Die Langlebigkeit ist in Südtirol italienweit am höchsten. Infolge der hohen Lebenserwartung, die derzeit bei Männern bei 81,6 Jahren und bei Frauen bei 85,5 Jahren liegt, steigt der Anteil der älteren Menschen und bedingt eine zunehmende Alterung der Gesellschaft. Das Durchschnittalter liegt bei 42 Jahren.

Immer kleiner strukturierte Familien

Der gesellschaftliche Wandel schlägt sich in den Haushaltsstrukturen nieder: Es ändern sich vor allem die Haushaltsgröße sowie die Verteilung der Haushaltstypen. Der Trend hin zu immer kleiner strukturierten Familienformen ist klar erkennbar.

Als Folge des veränderten Heiratsverhaltens, der gestiegenen Trennungs- bzw. Scheidungshäufigkeit sowie der geschlechtsspezifischen Mortalität legen Einpersonenhaushalte und Teilfamilien zahlenmäßig stark zu. Die durchschnittliche Haushaltsgröße ging von 3,6 im Jahr 1971 auf nunmehr 2,4 Mitglieder zurück.

stol/kt

stol