Dienstag, 20. März 2018

Asteroid rast auf Erde zu: Nasa will Planeten schützen

Ein knapp 80 Millionen Tonnen schwerer Asteroid steuert auf unseren Planeten zu. Der Einschlag würde die Energie von 80.000 Hiroshima-Bomben entfalten. Um dieses zerstörerische Ereignis, das im Jahre 2135 bittere Realität werden könnte, zu vermeiden, arbeitet die Nasa mit Hochdruck an einer Lösung, um ihn vom Kurs abzubringen.

Bennu soll mit einer Rakete beschossen und so von seiner Bahn abgelenkt werden. - Foto: NASA's Goddard Space Flight Center Conceptual Image
Bennu soll mit einer Rakete beschossen und so von seiner Bahn abgelenkt werden. - Foto: NASA's Goddard Space Flight Center Conceptual Image

Der Asteroid Bennu ist einer der gefährlichsten bekannten Himmelskörper. Nasa-Wissenschaftler haben berechnet, dass der Armageddon-Kandidat mit einem Durchmesser von 500 Metern der Erde am 25. September 2135 gefährlich nah kommen könnte.

Mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 2700 würde nach derzeitigen Berechnungen der Asteroid die Erde treffen. Der Einschlag hätte schreckliche Konsequenzen für das Leben auf der Erde. Dieses Risiko will die Nasa auf keinen Fall eingehen.

Das Schutzprogramm namens "Hammer"

Um dieses Szenario zu verhindern, arbeitet die Nasa schon jetzt fieberhaft unter anderem mit dem US-Kernwaffenlabor Lawrence Livermore National Laboratory zusammen.

Der aktuelle Plan sieht vor, den Asteroiden durch ein Geschoss von seiner Bahn abzulenken. Das geplante Schutzprogramm, an dem bereits jetzt gefeilt wird, heißt „Hammer“, die Kurzform „Hypervelocity Asteroid Mitigation Mission for Emergency Response Vehicle“, zu deutsch Hypergeschwindigkeits-Asteroiden-Entschärfungsmission für Krisenreaktionsfahrzeuge.

7 Treffer notwendig

Ziel der Mission ist es, eine neun Meter lange Raumfähre von einer Rakete aus auf den Monster-Asteroiden abzufeuern. 

Doch Studien haben gezeigt, dass nicht nur einer, sondern mindestens sieben Treffer nötig wären, um den Kurs des riesigen Himmelskörpers signifikant zu ändern. Von enormer Wichtigkeit sei dabei auch der zeitliche Faktor: Mit dem Beschuss müsste 25 Jahre vor der möglichen Kollision begonnen werden.

Größenvergleich: Der 500-Meter-Asteriod ist größer als das Empire-State-Building. Der „Hammer“-Flugkörper wäre im Vergleich dazu winzig, selbst mit der riesigen Delta-Trägerrakete (links)- Foto: Lawrence Livermore National Laboratory

Eine andere Option: Atomwaffen

Physikerin Megan Bruck Syal, die an dem Projekt beteiligt ist, sagte auf einer Pressekonferenz: "Wenn viele Abschüsse für eine erfolgreiche Umleitung nötig sind, wird die Mission schwieriger, weil es bei jedem einzelnen Abschuss eine Fehlerquote gibt."

Die Forscher suchen daher noch nach noch wirksameren Alternativen. Eine andere Möglichkeit wäre, Atomwaffen in „Hammer“ zu integrieren. Auf der Homepage des Kernwaffenlabors heißt es dazu: „Der nukleare Ansatz hat das Potenzial, viel mehr Energie auf ein Objekt wie Bennu zu übertragen, was die Geschwindigkeit und Flugbahn stärker verändern würde.“

Bei dieser Lösung würde die Detonation nicht direkt auf der Oberfläche, sondern in einiger Entfernung zum Asteroiden stattfinden.

Eins ist sicher: Die Realität ist spannender als es jeder Armageddon-Film je sein könnte.

stol/vs

stol