Freitag, 22. Januar 2021

EU: AstraZeneca-Lieferung zu Beginn geringer

Der Lieferumfang der bald zur Zulassung in der EU erwarteten Corona-Impfung von AstraZeneca wird zu Beginn niedriger ausfallen als erwartet.

Impfdosen des Vakzins von AstraZeneca gegen das Coronavirus.
Impfdosen des Vakzins von AstraZeneca gegen das Coronavirus. - Foto: © APA (AFP) / OLI SCARFF
Das bestätigte AstraZeneca Österreich am Freitagabend in einer schriftlichen Stellungnahme. Für Österreich könnte das nach APA-Informationen bedeuten, dass im ersten Quartal statt der avisierten zwei Millionen Impfdosen nur 600.000 geliefert werden. Offizielle Bestätigung zu diesen Zahlen gab es vorerst nicht.

„Während es keine geplante Verzögerung für den Lieferbeginn unseres Impfstoffs gibt - sollten wir die Zulassung in Europa erhalten - werden die anfänglichen Volumina aufgrund reduzierter Erträge der Impfsubstanz an einem Produktionsstandort innerhalb unserer europäischen Lieferkette geringer ausfallen als ursprünglich erwartet“, hieß es in dem der APA übermittelten Statement des britisch-schwedischen Pharmakonzerns. „Wir werden im Februar und März mehrere zehn Millionen Dosen in die Europäische Union liefern, während wir die Produktionsmengen weiter hochfahren“, betonte das Unternehmen.

Laut Informationen der APA wurden der Impfkoordinator des Bundes und auch jene der Länder am Freitag in einer Videokonferenz über die Reduktion der ersten Lieferungen informiert. Grund dürfte sein, dass die Entscheidung der EU über die Zulassung des AstraZeneca-Impfstoffs so lange dauert, hatte es geheißen. Damit dürfte der Impfplan der Regierung wackeln. Mit den derzeitigen Liefervereinbarungen inklusive der Zulassung des Impfstoffes von AstraZeneca hätten alle über 65-Jährigen bis Ende März geimpft werden können.

Verringerung der Lieferung sei inakzeptabel

Vonseiten des Gesundheitsministerium hieß es vorerst, dass die nun kolportierte Verringerungen der geplanten Lieferungsmengen für das erste Quartal durch AstraZeneca „völlig inakzeptabel“ seien. „Zugesagte Liefermengen müssen eingehalten werden. Gleichzeitig zeigt diese mögliche Entwicklung, wie wichtig es war, dass Österreich in den vergangenen Wochen große zusätzliche Mengen an Impfstoff von BioNtech/Pfizer im Rahmen des EU-Beschaffungsprogrammes eingekauft hat.“ Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) meinte Freitagvormittag bei einer Pressekonferenz noch, Lieferengpässe sind „durchaus verkraftbar“.

Nach Angaben von EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides kündigte das Unternehmen die Lieferprobleme am Freitag im Lenkungsausschuss zur EU-Impfstrategie an. Die EU-Kommission und Mitgliedstaaten hätten tiefe Unzufriedenheit darüber geäußert, dass im ersten Quartal weniger Impfstoff geliefert werden solle als geplant, erklärte Kyriakides laut Nachrichtenagentur dpa am Abend. Man habe darauf bestanden, dass es einen genauen Lieferplan gebe, auf dessen Grundlage die Mitgliedstaaten ihre Impfprogramme planen könnten. Die EU-Kommission werde weiter auf mehr Zuverlässigkeit bei den Lieferungen drängen und auf eine beschleunigte Verteilung der Dosen.

Impfstoff befindet sich noch im Zulassungsverfahren

Der vom britisch-schwedischen Pharmakonzern AstraZeneca gemeinsam mit der Univerität Oxford entwickelte Impfstoff befindet sich aktuell noch im Zulassungsverfahren. Spätestens bis Monatsende will die unabhängige europäische Arzneimittelbehörde EMA ihre Entscheidung bekannt geben, hieß es zuletzt. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und andere europäische Regierungschefs haben zuletzt auf eine raschere Entscheidung gedrängt. Laut einer am 9. Jänner veröffentlichten Studie könnte die Schutzwirkung mit höchsten 70 Prozent deutlich geringer sein als bei den zwei schon zugelassenen Impfstoffen mit über 90 Prozent.

apa