Freitag, 12. Februar 2021

AstraZeneca will monatliche Impfstoff-Lieferungen verdoppeln

Der britisch-schwedische Pharmakonzern AstraZeneca will seine monatlichen Covid-19-Impfstoff-Lieferungen kurzfristig mehr als verdoppeln. Bis April wolle AstraZeneca mehr als 200 Millionen Dosen pro Monat ausliefern, kündigte Vorstandschef Pascal Soriot am Donnerstag an. Für kommenden Herbst plant man, die nächste Generation des Vakzins auszurollen, das noch besser vor kursierenden Virus-Varianten schützen soll.

Nächste Vakzin-Generation soll besser vor Virus-Varianten schützen.
Nächste Vakzin-Generation soll besser vor Virus-Varianten schützen. - Foto: © AFP / TIZIANA FABI
Im Frühjahr sollten klinische Tests mit Impfungen der nächsten Generation beginnen, kündigte das Unternehmen an. In sechs bis neun Monaten könne dann voraussichtlich die Massenproduktion starten.

Das Vakzin von AstraZeneca war im Jänner als dritter Covid-19-Impstoff in der Europäischen Union zugelassen worden. Zuvor hatte ein Lieferstreit des Konzerns mit der EU sowie Zweifel an der wirksamsten Dosierung für Schlagzeilen gesorgt.

„Ist er perfekt? Nein, er ist nicht perfekt, aber er ist toll. Wer sonst noch stellt 100 Millionen Dosen im Februar her?“, sagte Soriot über den Impfstoff. „In ein oder zwei Jahren werden wir zurückblicken und jeder wird erkennen, dass wir einen großen Einfluss hatten“, zeigte er sich selbstbewusst. „Wir werden Tausende Leben retten.“ Das Mittel war von der Universität Oxford - die es zusammen mit AstraZeneca entwickelt hat - als „Impfstoff für die Welt“ angepriesen worden, weil es günstiger ist und leichter ausgeliefert werden kann als etwa der mRNA-Impfstoff von BioNTech und Pfizer, der eine ultrakalte Lagerung benötigt.

Daten aus einer weiteren Studie mit dem Impfstoff in den USA erwartet AstraZeneca vor Ende März - und hofft, dass diese zeigen, dass das Mittel gut gegen schwere Krankheitsverläufe und Tod bei der südafrikanischen Variante schützt. Die enttäuschenden Studienergebnisse hinsichtlich der Variante aus Südafrika hatten dagegen den Einfluss bei milderen Fällen bewertet.

Die panafrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC hat Ländern, in denen die aus Südafrika stammende Corona-Variante vorherrscht, empfohlen, nicht den Astrazeneca-Impfstoff einzusetzen. Die Variante sei in sieben afrikanischen Ländern festgestellt worden, sei aber bisher nur in Südafrika dominant, sagte der Leiter der Africa CDC, John Nkengasong, am Donnerstag.

Allerdings wissen viele Länder nicht unbedingt, welche Variante dort vorherrscht. Vor allem in Südafrikas Nachbarländern müsse es mehr Nachforschung geben, inwiefern die Variante dort zirkuliert, sagte Matshidiso Moeti, die Afrika-Chefin der Weltgesundheitsorganisation. Afrika werde sich dennoch nicht von dem Astrazeneca-Impfstoff abwenden, betonte Nkengasong.

apa