Dienstag, 02. Mai 2017

Astronomische Telefonrechnung: Landesbeirat schreitet ein

Der Fall des Renters aus dem Burggrafenamt, der eine Telefonrechnung von fast 14.000 Euro erhielt, ist einer der brisantesten, den das Garantie-Organ des Landes in den letzten Monaten gelöst hat. Pro Jahr wenden sich gut 1000 Telefonkunden an die Schlichtungsstelle beim Landesbeirat.

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Foto: © shutterstock

Wie der Landesbeirat für Kommunikation in seinem Tätigkeitsbericht erklärt, hätten 2016 die Streitfälle mit privaten Kunden zugenommen, während die Fälle mit Business-Verträgen deutlich, und zwar um 20 Prozent, zurückgegangen sind.

Dies sei ein Zeichen dafür, so der Landesbeirat, dass die Telefonverträge der Unternehmen in jüngster Zeit weniger Anlass zu Beschwerden geben.

Besonders notwendig sei das Einschreiten des Beirats, wenn plötzlich der Telefon- oder Internetdienst abgestellt wird. 

Erfolgsquote der Schlichtungsverfahren bei 90 Prozent

Der Tätigkeitsbericht zeige unter anderem, dass neuerdings nicht mehr überhöhte Rechnungen und unerwünschte kostenpflichtige Dienste die alleinigen Gründe für Ärger mit den Anbietern seien.

Verstärkt hapere es nunmehr an der Transparenz der Telefon- und Internetverträge und an der schleppenden Aktivierung der Dienste. Nach wie vor sind jedoch überhöhte Rechnungen (27 Prozent der gesamten Streitfälle) der Hauptgrund für die Auseinandersetzungen.

Diese wurden vom Kommunikationsbeirat fast immer erfolgreich gelöst: Die Erfolgsquote der Schlichtungsverfahren im Beirat liegt bei 90 Prozent.

980 Fälle im Jahr 2016

Die beim Landesbeirat eingereichten Schlichtungsanträge erreichten im Jahr 2016 die ansehnliche Zahl von 980 Fällen. Unter anderem kann der Beirat im Dringlichkeitswege bei Unterbrechungen der Telefondienste diese wiederherstellen lassen. 

Die Schlichtungstätigkeit beim Landesbeirat für das Kommunikationswesen stellt vor allem auch in finanzieller Hinsicht eine große Unterstützung dar: Im abgelaufenen Jahr konnten im Rahmen der Schlichtungstätigkeit den Bürgern 137.241,02 Euro in Form von Überweisungen und Gutschriften auf SimKarten zurückerstattet werden.

Aus den Verhandlungen in zweiter Instanz (vgl. Kapitel „Entscheidungen“) lukrieren die Telefonkunden weitere 106.994,85 Euro.

Italiener am öftesten mit ihren Telefonanbietern im Clinch

Frappierend ist laut dem Landesbeirat ein Vergleich zwischen den zwei größten Volksgruppen im Land, den Deutschen und den Italienern.

Die Häufigkeit, mit der deutsche und italienische Telefoniekunden Schlichtungsanträge beim Kommunikationsbeirat einreichen, könnte unterschiedlicher nicht sein. Den 553 Schlichtungen mit italienischen Telefoniekunden stehen 340 Schlichtungen mit deutschen Kunden gegenüber. Nur 3 Schlichtungsanträge wurden von Ladinern eingereicht.

Der Gang zum Beirat ist vollkommen kostenlos, auch für Unternehmen. Dieser Service ist dem Umstand zu verdanken, dass der Südtiroler Landtag und die Authority für das Kommunikationswesen AGCOM in Rom die Kosten der Schlichtungen tragen.

Der aktuelle Tätigkeitsbericht ist ab sofort auf der Homepage des Beirats einsehbar und steht zum Download bereit. 

stol

stol