Donnerstag, 30. April 2020

Asylanträge in EU fallen wegen Beschränkungen deutlich

Die Asylanträge in der EU sind vor dem Hintergrund der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie zuletzt um fast die Hälfte gesunken. Wie die europäische Asylbehörde EASO am Donnerstag mitteilte, wurden im März in der EU einschließlich Norwegen, der Schweiz, Liechtenstein und Island 34.737 Anträge gestellt. Dies waren 43 Prozent weniger als im Februar.

43 Prozent weniger Asylanträge wurden im März gestellt als noch im Februar.
43 Prozent weniger Asylanträge wurden im März gestellt als noch im Februar. - Foto: © shutterstock
Detaillierte Zahlen zu Asylanträgen in den einzelnen EU-Staaten stellte EASO nicht zur Verfügung. Die März-Zahlen gäben nicht wirklich Hinweise auf längerfristige Migrationstrends, erklärte die Behörde. Grund seien „eher die Eindämmungsmaßnahmen zu Covid-19“, die auch die Arbeit der Asylbehörden beeinträchtigt hätten. Auch mit der Pandemie verbundene Grenzschließungen könnten eine Rolle gespielt haben.

Vor dem Covid-19-Ausbruch in Europa hatte EASO noch einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verzeichnet. Im Jänner und Februar stiegen die Asylanträge demnach um 16 Prozent auf jeweils deutlich mehr als 60.000.

Die Anerkennungsquote sank EASO zufolge im 1. Quartal. Demnach wurde in 28 Prozent der Fälle Schutz nach EU-Vorgaben gewährt. Im Vorjahresquartal waren es noch 35 Prozent gewesen. Nicht einbezogen sind nationale Regelungen, bei denen etwa aus humanitären Gründen vorübergehend Schutz gewährt wird.

apa/afp

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