Mittwoch, 06. April 2016

Asylwerber: Noch ein Dorf ist gefordert

Die Nachricht traf Auer unvermittelt: Am Dienstag teilte das Land der Gemeinde mit, dass künftig auch sie bei der Unterbringung von Asylantragstellern gefordert ist. Auer soll eine Flüchtlingsunterkunft erhalten. Besonders die Anzahl der Bewohner alarmiert die Gemeinde.

Noch immer ziehen Flüchtlinge in großer Zahl nach Europa. Südtirol sucht fieberhaft nach neuen Unterkünften für Asylantragsteller - und hat nun Auer im Blick.
Badge Local
Noch immer ziehen Flüchtlinge in großer Zahl nach Europa. Südtirol sucht fieberhaft nach neuen Unterkünften für Asylantragsteller - und hat nun Auer im Blick.

Irgendwann im Laufe der Sitzung fiel die Zahl 50. 50 Asylantragsteller sollen in Auer unterkommen, teilten Soziallandesrätin Martha Stocker und ihr Abteilungsdirektor Luca Critelli in der Sitzung des Gemeindeausschusses Auer am Dienstagabend mit. „Wir waren überrascht“, sagt Roland Pichler, Bürgermeister der 3600-Seelen-Gemeinde, am Tag nach der Sitzung zu STOL. „Vor allem von der Zahl 50. Die scheint uns entscheiden zu hoch.“

Fertigholzhaus soll errichtet werden

Fakt ist: Geht es nach dem Land soll auch die Unterlandler Gemeinde in Sachen Flüchtlingsunterbringung möglichst bald konkret ihren Beitrag leisten. Das Land hat das Areal nördlich des Bahnhofs ins Visier genommen.

Dieses ist in Landesbesitz und liegt derzeit brach. In Ermangelung weiterer Immobilien für die Unterbringung der Asylantragsteller in Südtirol will das Land dort, ersten Informationen zufolge, ein Fertigholzhaus errichten. 50 Asylantragsteller sollen dort unterkommen.

Info-Abend am nächsten Dienstag

„Am Dienstag, 12. April findet in der Aula Magna, 20 Uhr, ein Informationsabend für die Bürger statt“, kündigt Bürgermeister Pichler an. Dort würden Stocker und Critelli alle näheren Details erklären. Der Bürgermeister erwartet sich eine hitzige Diskussion. "Man spürt in den Gesprächen mit den Menschen, dass Ängste vorhanden sind", sagt er. Die Gemeinde wolle sich indessen dafür einsetzen, dass die Asylantragsteller gerechter auf alle Südtiroler Gemeinden verteilt würden. 

stol

stol