Mutmaßlicher Täter ist ein Obdachloser, der seit Mai 2022 am Pfarrplatz sein Lager aufgeschlagen hat.<BR /><BR />„Dass er mich körperlich angeht, das hätte ich mir nicht gedacht“. Das sagt Mesner Oskar Mitterhofer. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/mit-voller-wucht-auf-den-brustkorb-geschlagen" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Wie berichtet</a>, war er am Sonntagabend von einem Obdachlosen attackiert worden. <BR /><BR />„Der Mann lebt bereits seit Mai 2022 am Pfarrplatz“, weiß Mitterhofer. Anfangs hatte er seine Schlafstätte beim sogenannten „Pfaffentörl“. Alle Versuche der Pfarrverantwortlichen ihn dazu zu bewegen in eine geschützte Struktur zu übersiedeln, sind fehlgeschlagen. Dekan Bernhard Holzer hatte es mehrmals versucht; alles umsonst. <BR /><BR />Den Winter über übernachtete der Mann, der vermutlich aus Nigeria stammt, unter dem Vordach. Sobald es wärmer wurde, zog Mesner Mitterhofer dann die Handbremse. In Absprache mit dem Dekan ist es gelungen, den Obdachlosen zu überreden, sich einen anderen Schlafplatz zu suchen. „Schlussendlich hat er die Platzseite gewechselt und sein Lager neben dem Pfarrheim aufgeschlagen. Dort wo sich der Fahnenkasten befindet“, berichtet Mitterhofer. Damit befand sich der Mann außerhalb seines Zuständigkeitsbereiches. Verziehen hat es ihm der Obdachlose offensichtlich nicht. „Er hat mich immer wieder angebrüllt, wenn ich über den Platz ging“, sagt Mitterhofer. <BR /><BR />Zur Eskalation kam es dann am Sonntag. „Ich hatte eine Pizza geholt und wollte mir noch ein Getränk aus dem Automaten im Waschsalon besorgen, da stand der Mann plötzlich hinter mir, schrie mich an und schlug dann zu.“ Zum Tatzeitpunkt befand sich auch ein Mitarbeiter des Waschsalons vor Ort. „Wir haben beide zurückgebrüllt und daraufhin ist der Angreifer verschwunden.“ <h3>„Wir brauchen dringend eine Lösung“ </h3>Mitterhofer hat die Polizei alarmiert. „Die rückte mit 3 Streifen an. Ich hab gehört, wie sich der Angreifer bei den Polizisten darüber beschwert hat, dass ich ihn von seinem angestammten Schlafplatz verschickt habe.“ Anzeige hat Mitterhofer keine erstattet. <BR /><BR />Wie geht es nun weiter? Hat er Angst? „Es ist notwendig, eine Lösung zu finden“, meint Mitterhofer. Angst habe er keine, ein ungutes Gefühl bleibe aber doch zurück. In den vergangen 3 Jahren hat er viel gesehen und mitbekommen, was sich rund um den Pfarrplatz abspielt. „Da gäbe es viele Geschichten.“ Bekanntlich ist die Zone nicht nur ein bekannter Drogenumschlagplatz, sondern auch beliebtes Drogenversteck. Insbesondere der Garten hinter der Propstei wird für derlei Aktionen zweckentfremdet.<BR /><BR />Zumindest sein Vorschlag, sämtliche Sitzgelegenheiten zu entfernen, hat etwas Linderung gebracht. Diese Entscheidung war bislang die effektivste. Auch unter der großen Linde an der Ostseite der Kirche wurden die Bänke abgebaut. Bis dahin fanden dort zumeist richtige Saufgelage statt. Die flüssige Notdurft hat man einfach an der Fassade des Doms entrichtet; auch wurden immer wieder festere Körperausscheidungen entdeckt. <BR /><BR />Auch im Kirchenraum muss der Mesner ständig auf der Hut sein. Immer wieder wurden offensichtlich organisierte Banden, die die Besucher belästigten, des Doms verwiesen. Auch der Bettelei beim Hauptportal gelingt es nicht Herr zu werden. „Ich versuche es immer wieder. Sobald ich weg bin, kehren sie zurück“, berichtet Mitterhofer. <BR /><BR />Nach wie vor mehr als skurril ist der Fall des gestohlenen Opferstocks. An einem helllichten Sonntagnachmittag hatten unbekannte Diebe Mitte November den mehrere Kilo schweren Opferlichtständer aus der Kirche getragen. Im Garten der Propstei versuchten die Diebe ihn aufzubrechen. Nachdem dies nicht gelang, schleppten sie das schwere Teil weiter. „Einige Tage später bekam ich einen Anruf, dass der Ständer unter der Loreto Brücke gefunden wurde. Ich habe ihn dann geholt“, erinnert sich der Mesner. <BR />