Donnerstag, 28. Juli 2016

Attentäter erhielten Anweisungen aus dem Nahen Osten

In einem Regionalzug in Würzburg geht ein junger Flüchtling mit einer Axt auf Fahrgäste los. In Ansbach zündet ein Asylbewerber eine selbstgebastelte Bombe. Beide könnten bis kurz vor den Taten Anweisungen aus dem Nahen Osten erhalten haben.

Foto: © APA/AFP

Nach dem Selbstmordanschlag von Ansbach und dem Axt-Angriff in Würzburg erhärten sich die Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund. Beide Attentäter hatten nach Erkenntnissen der Ermittler bis kurz vor ihren Taten mögliche Anweisungen aus dem Nahen Osten erhalten.

Unklar blieb allerdings am Donnerstag, wo genau sich die jeweilige Kontaktperson aufhielt und um wen es sich dabei handelte. Beide Taten hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für sich reklamiert.

Ansbach: Anweisungen via Chat

Der Selbstmordattentäter von Ansbach hat von einem bislang unbekannten Hintermann via Chat konkrete Aufträge bekommen, was er tun und wie er sich verhalten solle, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Donnerstag in Gmund am Tegernsee. Wo sich der Chat-Partner aufhielt, mit dem der Attentäter in Kontakt stand, blieb unklar.

„Der Gesprächspartner wusste genau, worum es geht“, sagte Herrmann. Er habe auch Kenntnis davon gehabt, dass der 27-Jährige Sprengstoff dabei hatte. Als dieser von Sicherheitsleuten in der Nähe des mutmaßlichen Anschlagsziels berichtet habe – einem Musikfestival -, habe der Unbekannte gesagt, der Syrer solle sich ein Schlupfloch suchen oder einfach durchgehen. Den genauen Wortlaut konnte Herrmann nicht wiedergeben.

Würzburg: Angreifer telefonierte bis kurz vor der Tat

Der Würzburger Axt-Angreifer hatte ebenso bis unmittelbar vor der Tat Kontakte in den Nahen Osten. Bis wenige Minuten vor der Tat habe der Mann Kontakt mit einer unbekannten Person oder Organisation gehabt, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Ermittlerkreisen.

„Wer das war, können wir aber noch nicht sagen“, hieß es. Man wisse allerdings, dass sich die Kontaktperson im Nahen Osten aufhielt. Zu schaffen macht den Ermittlern, dass der Verlauf der Kommunikation verschlüsselt war.

dpa

stol