Donnerstag, 02. September 2021

AU-Beauftragter: EU gibt in Afrika hergestellte Impfdosen zurück

Die Europäische Union (EU) wird in Afrika produzierte und nach Europa verschiffte Corona-Impfdosen des Herstellers Johnson & Johnson zurückgeben.

Einige Impfdosen wurden zurückgeschickt. (Symbolfoto)
Einige Impfdosen wurden zurückgeschickt. (Symbolfoto) - Foto: © APA/AFP / PATRICK T. FALLON
Eine entsprechende Verpflichtung habe EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Rande einer Konferenz in Berlin gegeben, sagte am Donnerstag der Corona-Beauftragte der Afrikanischen Union (AU), Strive Masiyiwa. Von der Leyen habe die Lieferung von 200 Millionen zusätzlichen Impfdosen bis Jahresende zugesagt.

Rund 70 Millionen davon kämen aus Deutschland. „Das sind gute Nachrichten, die da aus Europa kommen“, erklärte Masiyiwa. In Afrika sind bisher erst knapp drei Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, obwohl sich der Kontinent aktuell im Griff einer dritten Infektionswelle befindet.

Um rund 60 Prozent der Bevölkerung zu impfen, werden Schätzungen zufolge etwa 1,6 Milliarden Dosen benötigt. Der Export von in Südafrika hergestellten Impfdosen nach Europa gehe auf ein Arrangement zwischen Johnson&Johnson und dem südafrikanischen Vertragsproduzenten Aspen zurück. Das sei nun geändert worden, so Masiyiwa. Aspen produziere ab sofort unter Lizenz ein eigenes Produkt exklusiv für den afrikanischen Markt.

Die genaue Zahl der nach Europa gelieferten Dosen ist unbekannt. „Sie haben uns zurückgegeben was in den Lagerhäusern war; sie haben weniger als 20 Millionen genommen“, sagte Masiyiwa bei einer Pressekonferenz der panafrikanischen Gesundheitsorganisation Africa CDC. Insgesamt wurden bisher in Afrika laut CDC gut 7,8 Millionen Covid-Infektionen dokumentiert, von denen knapp 200.000 tödlich waren. Die Dunkelziffer dürfte nach Expertenansicht auf dem Kontinent mit seinen 1,3 Milliarden Bewohnern aber höher liegen.

dpa

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