„Gerade jetzt und im Herbst ist es schwierig, jemanden zu finden“, sagt Christian Ladurner von der Waidmannalm auf Meran 2000.<BR /><BR />„Der Aufruf auf Facebook wurde 1100 Mal geteilt“, erzählt <b>Valentina Messner</b>. Über das soziale Netzwerk versuchte sie, 2 Mitarbeiter für die <b>Riemerbergl Alm</b> in Ulten zu finden. „Zuvor haben wir über soziale Plattformen wie Instagram und Zeitungen gesucht. Aber kein Mensch hat angerufen“, berichtet Messner. Die Hütte heuer im Sommer zu schließen, wurde immer wahrscheinlicher. „Wir dachten, es sei aussichtslos. Aber nun können wir öffnen. Nach dem Aufruf klingelte das Telefon pausenlos“, schildert Messner. Sogar jemand aus Deutschland habe sich für die Stellen als Koch und Bedienung interessiert. Eine Erklärung, warum es so schwierig war, jemanden zu finden, hat Messner nicht. „Vielleicht spielen Wolf und Bär eine Rolle“, mutmaßt sie. <BR /><BR />Wie schwierig die Suche nach Mitarbeitern ist, bestätigt auch <b>Christian Ladurner</b> von der <b>Waidmannalm</b>. Das betreffe vor allem Fachkräfte. In den Sommermonaten gebe es Studenten, da sei die Personallage gut. „Aber jetzt oder im Herbst ist es schwierig“, erzählt Ladurner. Besonders Servicefachkräfte seien Mangelware. An den Arbeitsbedingungen könne es nicht liegen, glaubt Ladurner. Es sei auch möglich, nur 3 oder 4 Tage die Woche zu arbeiten – trotzdem würde sich niemand melden. Ein Grund könnte sein, dass die Betriebe wachsen, aber nicht mehr Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. „Jeder Betrieb braucht mehr Mitarbeiter. Früher haben wir 2 Mitarbeiter gebraucht und ein Hotel vielleicht 10, jetzt brauchen wir 5-6 und ein Hotel vielleicht 20-30,“ erzählt er. Eine Hüttenschließung käme für ihn aber nicht in Frage. „Man muss den Betrieb an die Mitarbeiter anpassen.“ Sprich: Wenn man weniger Mitarbeiter hat, dann weniger Tische aufstellen. Und natürlich müsse man auch mehr arbeiten. <BR /><BR />„Im ganzen Gastgewerbe ist Personal Mangelware“, berichtet auch <b>Hildegard Wierer</b> von der <b>Enzianhütte</b> bei Gossensaß. Heuer sei es besonders schlimm. Schon eine Weile sucht sie nach einem Koch und einer Person für den Zimmerservice. Wenn sie niemanden für die Küche findet, muss Wierer selbst kochen. Noch hofft sie aber darauf, dass sich jemand meldet. <BR /><b><BR />Monika Obrist </b>von der <b>Klausner Hütte</b> bei Latzfons hatte heuer Glück. Zunächst keinen Erfolg bei der Suche über die sozialen Medien, fand sie ihre Mitarbeiter über ein Inserat im Radio. Auch sie bestätigt, dass man im Sommer von Schulende bis Schulanfang leichter jemanden finde. „Viele junge Leute sind motiviert und flexibel, arbeiten auch am Wochenende. Schwierig sind der Frühling und der Herbst.“<BR /><BR />Alle Mitarbeiter beisammen hatte <b>Stefan Oberhollenzer</b> von der <b>Tiefrastenhütte</b> bei Terenten. „Dann hat mir eine Servicekraft jetzt vor der Hochsaison abgesagt, und ich muss wieder suchen.“ Ansonsten zahlen die anderen Mitarbeiter drauf. Leute würden sich zwar melden, aber sie wollen nur für ein paar Wochen auf einer Hütte arbeiten. „Ich brauche aber jemanden, der mindestens 2 Monate bleibt“, erklärt Oberhollenzer. Junge Leute würden bei einem Hüttenjob auf vieles verzichten, etwa auf freie Wochenenden. Jede Hütte suche nach Mitarbeitern. „Nicht nur die Hütten, sondern das Gastgewerbe allgemein.“ Oberhollenzer fragt sich: „Wie soll das in den nächsten 5 Jahren weiter gehen?“.