Montag, 09. November 2020

Auch die Augen schützen, um Ansteckung zu vermeiden?

Der Mund-Nasenschutz gehört inzwischen zu unserem Alltag dazu, um uns vor einer Corona-Infektion zu schützen. Doch auch über die Augen kann uns das Virus infizieren. Deshalb rät der Präsident der S.I.S. 118 (Società Italiana Sistema 118) dazu, auch die Augen zu schützen. Experten sind sich hingegen nicht einig, wie wahrscheinlich eine Infektion über die Augen wirklich ist.

Eine Corona-Infektion über die Augen sei laut Experten zwar möglich, aber unwahrscheinlich.
Eine Corona-Infektion über die Augen sei laut Experten zwar möglich, aber unwahrscheinlich. - Foto: © shutterstock
„Während der Schutz von Mund und Nase inzwischen zur Normalität gehört, wurden die Augen völlig vergessen, obwohl sie eine der 3 Eintrittsmöglichkeiten sind, über die wir uns mit dem Virus infizieren können“, warnt der Präsident der S.I.S. 118 Mario Balzanelli.

Infektion unwahrscheinlich aber möglich

Auch die deutsche Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung nennt die Augen als mögliche Eintrittspforte für den Virus: „Erreger können über eine Schmierinfektion über Hände und Gegenstände weiterverbreitet werden und an die Bindehaut der Augen sowie die Schleimhäute von Mund und Nase gelangen, wenn man sich beispielsweise mit ungewaschenen Händen ins Gesicht fasst.“

Diverse Studien der deutschen Fachgesellschaft für Augenheilkunde haben aber ergeben, dass nur rund 3 Prozent der untersuchten Covid-Patienten Anzeichen einer Bindehautentzündung aufwiesen. Dass eine Bindehautentzündung auch im Zusammenhang mit Covid-19 auftreten kann, war bereits im Frühjahr aufgefallen. Experten gehen aber davon aus, dass Coronaviren eher andere Eintrittspforten in den Körper nutzen. Im Auge scheinen sie sich nicht unbedingt ausreichend vermehren zu können oder nicht in ausreichender Menge eintreten zu können.

stol

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