An Feiertage wie zu Weihnachten und Ostern laufen in der Caritas-Telefonseelsorge die Leitungen heiß. Aber nicht nur: „Im Juli und im August haben wir in diesem Jahr bislang mehr Anrufe entgegen genommen als in den Monaten davor“, berichtet Brigitte Hofmann.<h3> 1050 Anrufe im Juli</h3> Die Telefone klingeln durchschnittlich zwischen 850 und 900 Mal im Monat, im Juli waren es zwischen 1000 und 1050 Anrufe. „Im August schaut es ähnlich aus“, weiß Hofmann. Das sei ein Anstieg von 10 Prozent.<BR /><BR />Die Themen, die angesprochen werden, seien dabei so vielfältig wie die Menschen selbst. Da gibt es die Anrufer, die von Familienkonflikten erzählen, die in der Ferienzeit zunehmen, weil man mehr Zeit miteinander verbringt. Oder weil man nicht weiß, wie man die Kinderbetreuung organisieren soll. <BR /><BR /><embed id="dtext86-66264480_quote" /><BR /><BR />Auch Menschen mit depressiven Verstimmungen melden sich: Sie erzählen vom Druck, unter dem sie leiden, weil die heitere und ausgelassene Sommerstimmung nicht zu ihrem Inneren passt. <BR /><BR />„Das Thema Einsamkeit begleitet uns das ganze Jahr über“, sagt Brigitte Hofmann. Im Sommer werde es dadurch verstärkt, weil viele Menschen in den Urlaub fahren. „Der Austausch mit Bezugspersonen fehlt. Der Alltag verändert sich.“ <BR /><BR />Mancher kann sich einen Urlaub aus finanziellen Gründen nicht leisten. „Einsam sind Menschen, die kein soziales Netzwerk haben ebenso wie Menschen mit einem sozialen Netzwerk“, erzählt Hofmann. „Auch letztere haben oft niemanden, dem sie sich anvertrauen können.“ <BR /><BR /><embed id="dtext86-66264484_quote" /><BR /><BR />Jung und Alt kontaktiert die Caritas-Telefonseelsorge, wobei es bei den Geschlechtern einen deutlichen Unterschied gibt: „Generell melden sich mehr Frauen“, weiß Hofmann. <h3> Zuhören ist wichtig </h3>Über 80 Freiwillige decken die verschiedenen Turnusse ab. „Das Wichtigste ist, dass wir da sind. Wir hören den Anrufern zu, wir begleiten sie und versuchen zu verstehen, was ihnen in diesem Moment helfen könnte“, schildert sie. Jemanden seine Zeit zu schenken sei in einer so hektischen Zeit wie der heutigen, sehr wertvoll. <BR /><BR /><embed id="dtext86-66264488_quote" /><BR /><BR />„Wir bieten keine Beratung an, sondern einen Austausch. Wir hören zu und sind da. Die Leute können auf uns zählen. Wir sind 24 Stunden für sie da“, sagt Hofmann. <BR /><BR />Die Caritas-Telefonseelsorge ist unter der Telefonnummer 0471/ 05 20 52 oder der Webadresse <b>telefonseelsorge-online.bz.it </b> Tag und Nacht erreichbar. Der Dienst ist anonym und kostenlos.