Montag, 12. April 2021

Auch eine Folge des Lockdowns: Weniger Einbrüche

Die Bewegungs-Einschränkungen durch Corona scheinen sich auf illegale Machenschaften ausgewirkt zu haben. Laut Bilanz der Polizei ist die Anzahl der Straftaten im Jahr 2020 um immerhin 20 Prozent zurückgegangen. Es gab um 32 Prozent weniger Diebstähle, die Wohnungseinbrüche waren sogar um 51 Prozent rückläufig.

Sind viele Menschen im Homeoffice, fehlt Einbrechern die Gelegenheit. Dazu kommen noch Ausgehverbot und verstärkte Kontrollen der Ordnungshüter.
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Sind viele Menschen im Homeoffice, fehlt Einbrechern die Gelegenheit. Dazu kommen noch Ausgehverbot und verstärkte Kontrollen der Ordnungshüter. - Foto: © dpa-tmn / Frank Rumpenhorst
Ganz klar: In Häuser, die den ganzen Tag über nicht leer stehen, weil viele Bewohner im Homeoffice arbeiten, lässt es sich schwerer einbrechen, und besonders, wenn man als Langfinger selbst nicht aus dem Haus gehen kann, ohne eine Strafe zu riskieren. Aber auch bei so gut wie allen anderen Straftaten hat die Polizei einen Rückgang feststellen können: von 15.560 Vergehen im Jahr 2019 auf 12.473 im Jahr 2020.

44 Prozent weniger Diebstähle durch Entreißen der Beute als noch im Jahr 2019 wurden im vergangenen Jahr verzeichnet, bei den Diebstählen, die mit besonderer Geschicklichkeit durchgeführt wurden, betrug das Minus 37 Prozent. Es gab 19 Prozent weniger Diebstähle in Geschäften, 33 Prozent weniger aus geparkten Autos, und 33 Prozent weniger Pkw sowie 39 Prozent weniger Fahrräder und Motorräder wurden als gestohlen gemeldet.

Die Wohnungsdiebstähle sind um die Hälfte von 1271 im Jahr 2019 auf 625 im Vorjahr zurückgegangen. Weiters wurden um 64 Prozent weniger Raubdelikte in Wohnungen zur Anzeige gebracht, in Geschäften gingen die Raubdiebstähle um 30 Prozent zurück. Es gab keinen einzigen Bankraub, keinen Überfall auf Postämter, Werttransporter oder Vertreter für Schmuckwaren.

Stalking: 20 Verwarnungen

Die Anzeigen wegen Sexualdelikten waren rückläufig (von 51 auf 37; also um 27 Prozent). Allerdings ist in diesem heiklen Bereich durchaus möglich, dass Opfer aufgrund der Corona-Bewegungseinschränkungen keine Möglichkeit hatten, sofort Alarm zu schlagen. 20 Personen musste der Quästor jedenfalls wegen Stalking verwarnen, 7 weitere wegen häuslicher Gewalt. In 227 Fällen von geschlechtsspezifischer Gewalt hat die Polizei im Auftrag der Staatsanwaltschaft ermittelt, 9 Personen wurden verhaftet, 17 Personen wurde eine einstweilige Verfügung (Annäherungsverbot) zugestellt.

Ein klares Minus verzeichnete die Polizei 2020 bei Drogendelikten (29 Prozent), den Fällen von Hehlerei (13 Prozent), Sachbeschädigung (12 Prozent), Sachbeschädigung mit Brandfolge (40 Prozent), Informatikbetrug (10 Prozent). Rückläufig waren auch die Fälle von Körperverletzung (um 30 Prozent), von Schlägen (um 10 Prozent) und Bedrohungen (um 3 Prozent).

2 Morde mehr als 2019

Bei einigen wenigen, schweren Verbrechen wurde eine Zunahme verzeichnet: 3 Morde waren zu beklagen (einer war es im Jahr 2019), 16 Vergehen im Zusammenhang mit Prostitution und Kinderpornografie (2019: 9 Fälle). Es gab 6 Prozent mehr Erpressungen, die Anzahl der Mordversuche blieb mit 4 gleich wie 2019, und bei Straßendiebstählen wurde ein Plus von 18 Prozent verzeichnet.

rc