Freitag, 04. Dezember 2015

Auch Feuerwehrleute brauchen Schutz

2766 mal rückte die Berufsfeuerwehr Bozen heuer aus, das entspricht 7,5 Einsätzen pro Tag. Damit diese auch künftig glimpflich ausgehen, wurde am Tag der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin, innegehalten, zurückgeblickt und vor allem eines: gefeiert und gedankt.

Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr. Und so rücken sie aus, die Ehrenamtlichen ebenso, wie die Mitglieder der Berufsfeuerwehr in Bozen.
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Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr. Und so rücken sie aus, die Ehrenamtlichen ebenso, wie die Mitglieder der Berufsfeuerwehr in Bozen. - Foto: © STOL

Sie kommen auch Jahre nach ihrer Pensionierung noch zurück an den Sitz der Wache der Berufsfeuerwehr (BF) in der Drususallee in Bozen, um mit den aktiven Wehrleuten zusammenzutreffen. Welcher Tag könnte da besser geeignet sein, als der 4. Dezember, der Tag der Schutzpatronin Barbara. 

Nach dem gemeinsam gefeierten Gottesdienst, zelebriert vom Grieser Pfarrer Robert Gamper und dem Feuerwehrkurat Pater Reinald, hielt der Kommandant Ernst Preyer am Freitag in seiner Ansprache kurz Rückschau über das abgelaufene Tätigkeitsjahr der BF.

Wie jedes Jahr, feierte auch heuer die Berufsfeuerwehr Bozen rund um Kommandant Ernst Preyer (l.) am Freitag, den 4. Dezember auf der Feuerwache in der Drususallee in Bozen, ihre Schutzpatronin.

Mit 2766 Einsätzen ist die Anzahl heuer beinahe gleich wie im letzten Jahr geblieben; die Einsatzzahlen belaufen sich auf einem mehrjährigen Durchschnittswert. Pro Tag sind dies im Schnitt 7,5 Einsätze.

Weniger Brände, mehr Technisches

Auch heuer hat sich der bereits seit Jahren aufgezeigte Trend der immer weniger werdenden Brandeinsätze bestätigt, nur mehr 18,80 % aller Einsätze (inkl. Fehlalarme Rauchmelder) werden in diesem Bereich getätigt.

Das Tätigkeitsfeld verschiebt sich immer mehr in den technischen Bereich, wie Arbeitsunfälle, Kran- und Rüsteinsätze, Überschwemmungen, Umwelteinsätze, Katastropheneinsätze, Wasserrettungseinsätze  und kleinere technische Hilfeleistungen. 

Immer mehr Umwelt- und Kraneinsätze

Im abgelaufenen Tätigkeitsjahr lassen sich folgende Trend erkennen: Gasverluste, Autobrände und Überschwemmungen nahmen im letzten Jahr ab, Verkehrsunfälle, Umwelteinsätze und Befreiung von Personen aus Aufzügen sind gleichgeblieben und Kraneinsätze, Brände und Türöffnungen haben im letzten Jahr zugenommen. 

Die Kraneinsätze nahmen zu. - Foto: BF

Vor verschlossenen Türen, die Feuerwehr hilft

Auffallend ist die Zunahme der Türöffnungen im abgelaufenen Tätigkeitsjahr. Diese nehmen in den letzten Jahren wieder ständig zu, nachdem sie durch den Aufbau einen 24h-Schlüsseldienstes von privaten Firmen vor ca. 10 Jahren, auf 250 pro Jahr reduziert werden konnten, sind im letzten Jahr insgesamt 474 Türöffnungen zu verzeichnen.

Trinkwasser fehlt, die Wehr rückt an

Eine erwähnungswerte Zahl sei hier auch genannt: Im letzten Jahr wurden in Rahmen von Trinkwassertransporten bei 4000 zurückgelegten Kilometern ca. 1,5 Millionen Liter Trinkwasser zu Reservoirs transportiert, um einen Trinkwassernotstand in verschiedensten Gemeinden in Südtirol kurzzeitig zu beheben.

Einsätze im Ausland

Die Berufsfeuerwehr ist seit Jahren in verschiedenen Entwicklungsprojekten der Südtiroler Landesregierung eingebunden.

Entwicklungshilfe in Nepal. - Foto: BF

So konnten im letzten Jahr drei Mitarbeiter in Kathmandu in Nepal direkt vor Ort die Feuerwehrkollegen auf Fahrzeuge und Geräte einschulen, an die Feuerwehr von Tanti und La Falda in Argentinien wurden mehrere in Bozen ausgemusterte Einsatzfahrzeuge übergeben und an eine Missionsstation der Diözese Bozen Brixen im Süd- Sudan wurden ausgemusterte Geländefahrzeuge übergeben.

stol

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